Ägypten wird zum Gottesstaat und führt Scharia ein

Für die meisten Ägypter ist der Islam und Demokratie kein Widerspruch. Nach dem Sturz von Mubarak wollen sie in der Politik islamische Werte vertreten sehen. Das System der Türkei kommt für sie deshalb überhaupt nicht in Frage. Saudi-Arabien sei ein geeigneteres Vorbild.

Mit der ägyptischen Revolution wurde Mubarak gestürzt. Nun wollen die meisten Ägypter politisch auf den Islam vertrauen. (Foto:flickr/sierragoddes)

Mit der ägyptischen Revolution wurde Mubarak gestürzt. Nun wollen die meisten Ägypter politisch auf den Islam vertrauen. (Foto:flickr/sierragoddes)

Die Mehrheit der Ägypter glaubt nicht an den Säkularismus wie er in der Türkei herrscht. Vielmehr sehen sie Saudi-Arabien als ein Modell für ihr Land. So wie dort, solle die Religion ein wichtiger Bestandteil der Politik werden, wie sich in einer aktuellen Umfrage herausstellt. 61 Prozent der Befragten gaben an, nicht die Türkei, sondern Saudi-Arabien sei das bessere Vorbild für den politischen Umgang mit der Religion. Nur 17 Prozent befürworten das türkische System. 22 Prozent sehen beide Länder nicht als geeignet.

Das Pew Research Center hat in diesem Jahr vom 19. März bis zum 10. April 1000 Menschen in ganz Ägypten in face-to-face Interviews zu ihrer politischen Meinung befragt. Dabei stellte sich ganz klar heraus, dass die vergangenen Jahre der Diktatur, ihre Spuren hinterlassen haben. Während hier die Angst vor einem von der Scharia geleiteten Regierung steigt, wollen viele Ägypter anscheinend genau das.

64 Prozent sind der Ansicht, der Islam müsse eine viel größere Rolle in der Politik spielen und dabei vor allem auch in der Gesetzgebung: 60 Prozent fordern, dass die ägyptischen Gesetze den Prinzipien des Korans folgen. 32 Prozent wollen zwar, dass das Land islamische Werte und Prinzipien verfolgen sollte, dass das aber nicht bedeute, den gesamten Lehren des Korans zu folgen.

Demokratische Werte sollten dabei jedoch nicht vernachlässigt werden. Die meisten befürworten Presse- und Meinungsfreiheit sowie die Gleichberechtigung von Frauen. Zudem glauben die sie, dass der Islam und die Demokratie keinen Widerspruch darstellen, denn 67 Prozent sind der Ansicht, die Demokratie sei jeder anderen Art von Regierungssystem vorzuziehen.

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