„Sie wollten uns töten“: In Syrien entführte türkische Journalisten wieder frei

Adem Özköse und Hamit Coşkun sind wieder in der Türkei. Über Wochen waren die beiden Reporter, die in Syrien eine Dokumentation drehen wollten, spurlos verschwunden. Der Iran vermittelte und ließ die beiden nun über Teheran nach Ankara bringen. In der Zeit der Gefangenschaft mussten Özköse und Coşkun Todesängste ausstehen.

Knapp zwei Monate waren die türkischen Journalisten Adem Özköse und Hamit Coşkun in der Hand des syrischen Regimes. Am Sonntag konnten sie nun endlich wieder in die Türkei zurück. Der Iran hatte auf Drängen Ankaras hin interveniert und Syrien zur Freilassung des 34-Jährigen Reporters Özköse und des 21-Jährigen Fotografen Coşkuns bewegt (nach einem israelischen Bericht sind noch mehrere türkische Geheimdienstler in Syrien in Haft – mehr hier).

Am 10. März waren Özköse und Coşkun in die nordwestliche Provinz Idlib gereist, um eine Dokumentation über das Leben während der Gefechte in Syrien zu drehen. Doch schon an der Grenze zu Idlib, brach die Verbindung zu ihnen ab. Pro-Assad-Truppen entdeckten die beiden und verhafteten sie. „Plötzlich haben wir gemerkt, dass wir in unsere eigene Dokumentation involviert sind“, erklärte Özköse am Sonntag. Die Soldaten hätten besprochen, welchen Tauschhandel sie durch die beiden erzielen könnten. „Sie brachten uns in den Keller eines Hauses. Sie legten uns Handschellen an und unsere Augen waren verbunden. Sie zielten mit Waffen auf uns. Sie sprachen darüber, was sie mit uns tun würden. Sie überlegten, uns zu töten“, so Özköse weiter.

Erst am neunten Tag der Gefangenschaft seien sie der syrischen Polizei übergeben worden, die sie ins Gefängnis in Damaskus brachte. Nach 52 Tagen seien sie dann zu einem Militärstützpunkt gebracht worden, wo sie über ihre Reiseabsichten befragt wurden. Offenbar ging man davon aus, dass sie Spione seien. Bis zuletzt hätte man ihnen allerdings keine Körperliche Gewalt angetan. Bis zum vergangenen Wochenende, als sie ihre Verwandten anrufen durften, fehlte jede Spur von ihnen.

Aufgrund der angespannten Beziehungen zu Syrien, konnte die Türkei die Freilassung nicht selbst erreichen (zuletzt eröffneten syrische Soldaten das Feuer an der türkischen Grenze, hier erwägte die Türkei sogar eine militärische Intervention – mehr hier). Der Iran dagegen ist derzeit eines der wenigen Länder, das zu Assad hält. Genau wie Syrien ist der Iran international isoliert. Durch die iranische Intervention wurden die Journalisten schließlich zunächst nach Teheran und anschließend von dort aus nach Ankara gebracht.

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