Nach dem Wahldebakel: Sarkozy sucht Entspannung in der Türkei

Am kommenden Dienstag, den 15. Mai, ist es für Nikolas Sarkozy endgültig vorbei: Dann tritt der Sozialist Francois Hollande das Amt des französischen Präsidenten an. Dass sich sein Vorgänger aus der Politik zurückzieht, ist mittlerweile klar. Bevor er jedoch seinen neuen Lebensabschnitt beginnt, spannen er und Gattin Carla Bruni-Sarkozy erst einmal in der Türkei aus.

Ende Mai sollen, so heißt es in den türkischen Medien, Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni-Sarkozy für einen Urlaub in die Türkei reisen. Um die Seele nach der Niederlage gegen Hollande so richtig baumeln zu lassen, geht es für das Paar in Richtung Mittelmeer und dort auf die Yacht der bekannten französischen TV-Moderatorin Peri Cochin.

Auf dem 42 Meter langen Luxus-Kreuzer will es sich der einstige erste Mann im Staat gut gehen und sich von der türkischen Besatzung verwöhnen lassen. Wie Kapitän  Hamit Bilge informiert, würde die Yacht etwa sechs Monate im Jahr in der beliebten türkischen Ägäis vor Bodrum liegen. Die andere Hälfte des Jahres würden Cochin und ihre Gäste Touren durch das Mittelmeer unternehmen. Sarkozy und seine Frau Carla sollen angeblich zwei Wochen an Bord bleiben (Mitte Oktober letzten Jahres wurde das Paar Eltern der kleinen Giulia – mehr hier). Cochin werde die beiden wohl über einen Teil ihrer Reise begleiten.

2 Jahre Stillstand: Kommt jetzt Bewegung in die EU-Gespräche?

Nicht nur für das Ehepaar Sarkozy öffnet sich in diesen Wochen ein neues Kapitel. Auch türkische Diplomaten schöpfen, so berichtet die „Zaman“, derzeit Hoffnung, dass die EU-Beitrittsverhandlungen nach zweijährigem Stillstand nun wieder neuen Schwung bekommen. Immerhin galt Sarkozy als ein erbitterter Gegner der Mitgliedschaft der Türkei in der EU und blockierte die Gespräche in insgesamt fünf Kapiteln. Hollande scheint die Angelegenheit ein wenig anders zu sehen.

Wie nicht näher genannte Diplomaten gegenüber der Zeitung äußerten, könnten die Türkei und die EU Gespräche über das Kapitel „Wirtschafts- und Währungspolitik“ theoretisch bereits am 1. Juli eröffnen, wenn die EU-Ratspräsidentschaft von Dänemark an Griechisch-Zypern geht (allerdings hatte die Türkei angekündigt, in dieser Zeit alle Beziehungen einzufrieren – mehr hier). Immerhin eines von 35 Kapiteln, die es zu beackern gilt. Angeblich, so heißt es weiter, hätten französische Diplomaten in Brüssel bereits mit den Vorbereitungen begonnen. Eine Direktive aus Paris gäbe es allerdings noch nicht. Daneben sehen die Diplomaten die Chance in den Kapiteln „Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums“, „Regionalpolitik und Koordinierung der strukturpolitischen Instrumente“, „Institutionen“ sowie bei den „Finanz- und Haushaltsbestimmungen“ weiter zu kommen.

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