IWF-Kredit: Türkei will 2013 schuldenfrei sein

2013 will sich die Türkei endgültig vom IWF unabhängig machen. Ohnehin konnte man sich in den vergangenen Jahren nicht mehr auf Hilfszahlungen einigen. Die Türkei wollte die Auflagen des Internationalen Währungsfonds nicht erfüllen. Derzeit verbleiben nur noch rund zwei Milliarden Dollar an Kreditschulden.

Ministerpräsident Erdoğan versichert, die Türkei habe ihre Schulden an den IWF spätesten im April 2013 abbezahlt. Damit würde sich die Türkei auch von den Bestimmungen des Währungsfonds unabhängig machen. Insgesamt habe die Türkei innerhalb der vergangenen 50 Jahre vom IWF Kredite über 46 Milliarden Dollar erhalten. Derzeit betrage die Schuldenhöhe noch 2,3 Milliarden Dollar, während es 2002 noch 23,5 Milliarden waren, so Erdoğan. Auf den IWF sei das Land aufgrund hoher Investitionen aus dem Ausland nicht mehr angewiesen. Vor gar nicht langer Zeit sah das noch anders aus.

2009 sollte die Türkei noch einen Kredit des IWF erhalten. Die Wirtschaftskrise hatte auch die Türkei schwer getroffen und die Auslandsinvestitionen brachen ein. Die Bedingungen des IWF wollte Erdoğan allerdings nicht erfüllen. Das Land sollte eine realistische Haushaltsplanung vorlegen. Zudem sollten die Preise für Energie- und Grundnahrungsmittel erhöht werden (zu einer Erhöhung der Energiekosten kam es trotzdem kürzlich – mehr hier). Bei den Banken kam es in dieser Zeit zwar nicht zu Pleiten, jedoch ging es wirtschaftlich immer weiter bergab. Ende 2008 lag das türkische BIP erstmals unter Vorjahreswert und schrumpfte um 6,2 Prozent. Aus eigener Kraft konnte die Türkei hier wieder zu einer stabilen Wirtschaft finden.

2001 befand sich das Land in einer ähnlichen Lage wir Griechenland. Die Staatspleite konnte nur durch die IWF-Hilfe verhindert werden (der damalige Wirtschaftsminister Kemal Derviş hatte sich für den Kredit eingesetzt – mehr hier). Damals wurde ein Notkredit von zehn Milliarden gewährt, der in der Türkei Jubel auslöste. Erdogans Regierung setzte nach ihrem Amtsantritt allerdings in erster Linie auf Wachstum. Einen durch weitere Hilfszahlungen verordneten Sparkurs der IWF will er mit allen Mitteln verhindern. Ab April 2013 will die Türkei nun endgültig mit dem Kapitel IWF abschließen.

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