US-Geheimdienst lieferte Hinweis für Uludere-Fehlangriff

Eine Gruppe von Schmugglern wurde an der türkisch-irakischen Grenze vom türkischen Militär für Terroristen gehalten und angegriffen. 35 Menschen kamen dabei ums Leben. Den Hinweis auf die verdächtige Gruppe hat offenbar der US-Geheimdienst an die Türkei gegeben.

Uludere war bis vor kurzem noch ein kleiner unbekannter Ort in der türkischen Provinz Siirt an der Grenze zum Irak. Seit einigen Monaten steht der Ort allerdings für eine der größten und folgenreichsten Fehlentscheidungen des türkischen Militärs. Das Militär griff eine Gruppe von Zivilisten an, die es für Terroristen gehalten hatte (eine Gruppe von Schmugglern überquerte die Grenze zur Türkei, 35 von ihnen kamen durch den Angriff ums Leben – mehr hier).

Wie das Wall Street Journal berichtet, hat der US-Geheimdienst die Gruppe von 38 Personen an der Grenze mit Hilfe einer unbemannten Drohne entdeckt und das türkische Militär benachrichtigt. Erst daraufhin sei der Befehl erteilt worden. Die US-Drohne habe den Ort verlassen und die amerikanischen Behörden überließen die Entscheidung der Türkei, wie sie dem Wall Street Journal erklärten. „Die Türken gaben den Befehl“, so ein Sprecher des amerikanischen Verteidigungsministeriums. „Es war keine amerikanische Entscheidung“, betont er.

Seit 2007 unterstützt die USA die Türkei mit Drohnen, die verdächtige Gebiete abfliegen. Die militärische Zusammenarbeit soll weiter intensiviert werden (mehr hier). Die Obama Regierung versteht unter militärischer Unterstützung vor allem Drohnenflüge. Auch in anderen Ländern ist das bereits länger der Fall.

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