Salafisten-Attacke: Muslime solidarisieren sich mit Polizisten

Einer Gruppe von jungen Muslimen in Bonn hat es gereicht, ständig mit gewaltbereiten Salafisten, die in den vergangenenen Wochen in NRW für Aufsehen sorgten, in Verbindung gebracht zu werden. Sie entschlossen sich aktiv zu werden und deutlich zu machen, wie wenig sie damit zu tun haben wollen.

Mehr und mehr distanzieren sich Muslime in ganz Deutschland von den radikalen Übergriffen der Salafisten. Das Bonner Polizeipräsidium erfuhr große Anteilnahme aus allen Teilen der Gesellschaft, wie Sprecherin Daniele Lindemann den Deutsch Türkischen Nachrichten erklärte. Der Angriff des Deutsch-Türken Murat K. auf Polizisten in Bonn hat bei vielen zu Unverständnis geführt (mit einer Aktion auf Facebook versuchten sie Muslime davon abzuhalten, an solchen Kundgebungen teilzunehmen – mehr hier).

„Sehr viele Beileidsbekundungen und Genesungswünsche erreichten die Wache auch aus dem Kreis der Muslime“, so Lindemann. Darunter auch eine Gruppe junger Muslime, die sich über soziale Netzwerke zusammengeschlossen hatten und nicht länger mit Gewaltbereiten in Verbindung gebracht werden wollten. Sie wollten der Polizei „verdeutlichen, dass es sich um radikalisierte Einzelpersonen handeln müsse, die nicht stellvertretend für die Mehrheit der Muslime in Deutschland stehen dürfen“, erklärte die Initiatorin der Aktion, Sarah Owega, den Deutsch Türkischen Nachrichten. Ganz „spontan“ habe man sich entschlossen, den betroffenen Polizeidienststellen einen Besuch abzustatten und nicht länger untätig zu bleiben.

Stellvertretend für über 50 Privatpersonen hätten Nadine Fechtner, Heba und Walid BenFradj samt Kind, Ibrahim Kücükyildiz und Yasemin Köylüoglu vom Verein Dein Köln sowie Sarah Owega dem Polizeipräsidium Bonn Blumen und Genesungswünsche an die verletzten Polizisten überreicht. Dabei betonte BenFradj, dass die islamischen Grundsätze jedem Muslim vorschreiben, sich an die Gesetze des Landes, in dem er lebt, halten zu müssen.

Begonnen hatten die Ausschreitungen radikaler Gruppierungen am 1. Mai in Solingen. Auch hier drückten Sumeyye Chbib, ihr neunjähriger Sohn und ihre Nicht, Nadine Fechtner und Sarah Owega ihre Anteilnahme aus. Sie führte dort mit dem anwesenden Dienststellenleiter ein „Gespräch über den Koran und Gemeinsamkeiten zwischen Christentum und Islam, indem deutlich wurde, dass er über fundierte Kenntnisse verfügt und trotz der Ausschreitungen während der 01. Mai Feier sehr genau differenzieren kann, was uns sehr erfreute“, so die Gruppe.

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