Mehr Elektrizität für Istanbul: Türkei plant Unterwasserleitungen

Die Türkei plant offenbar aufwendige Unterwasserleitungen zu bauen, um mehr Elektrizität nach Istanbul zu transportieren und so dem stetig zunehmenden Bedarf in der größten Stadt des Landes gerecht zu werden.

Wie türkische Medien unter Berufung auf Energieminister Taner Yildiz berichten, sollen die Unterwasserleitungen den Strom von der südlichen Küste des Marmara-Meers bis nach Istanbul befördern. Die Kosten für das von den Redakteuren als „verrücktes Projekt“ bezeichnete Vorhaben, so heißt es weiter, sollen sich auf gut 700 Millionen Lira, umgerechnet gut 387 Millionen Dollar belaufen. Wie Yildiz ankündigte, sollen die Pläne für dieses gigantische Vorhaben bereits ins Investitionsprogramm für 2013 aufgenommen werden.

Dass die Leitungen direkt nach Istanbul führen liegt dabei auf der Hand. Hier fallen immerhin ganze zehn Prozent des Strombedarfs der gesamten Türkei an. 13 Prozent stammen aus der Nachbarprovinz Trakya. Geschuldet ist dies aber nicht nur der hohen Bevölkerungsdichte, sondern natürlich auch den verstärkt in dieser Region ansäßigen Industriegebieten.

Türkei muss ihre Energieversorgung neu aufstellen

Doch trotz solcher Mega-Projekte bleibt ein Problem weiterhin bestehen: Der steigende Energieverbrauch und die Abhängigkeit von ausländischen Gaslieferungen zwingt die Türkei nach wie vor ihre Energieversorgung neu aufzustellen. Im Gegensatz zu vielen EU-Staaten setzt man hier allerdings immer noch auf Kohle und Kernkraft anstatt auf Erneuerbare Energien (Kumi Naidoo, internationaler Direktor der Umweltorganisation Greenpeace, empfahl bei seiner Türkei-Visite mehr auf Solar- und Windenergie zu setzen – mehr hier).

Derzeit steht die Türkei vor der Herausforderung bei hohem Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum die Versorgungssicherheit am Energiesektor sicherstellen. Im Jahr 2011 haben die Türken 229,3 Milliarden Kilowattstunden Energie verbraucht. Das entspricht, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg bereits im Februar berichtete, einem Anstieg um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Alleine im Januar 2012 sei der Elektrizitätsverbrauch im Vergleich zum Vorjahr wieder um 8,6 Prozent auf 21,3 Milliarden Kilowattstunden angestiegen (50 Prozent der Stromversorgung werden durch Gaskraft erzeugt – mehr hier).

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