„Der Diktator“: Sacha Baron Cohen konnte sich nur schwer ans Skript halten

Seit vergangenen Donnerstag treiben Sacha Baron Cohen und Regisseur Larry Charles in "Der Diktator" ihr Unwesen auch in den deutschen Kinos. Haben die beiden in "Bruno" und "Borat" noch improvisiert, geht es jetzt zurück in die strukturierte Welt der Komödie. Zumindest haben die beiden das versucht.

Wie Redakteur Rooger Moore auf „pressofatlanticcity.com“ feststellt, fehle dem „Diktator“ eben genau das improvisierte Chaos der bisherigen Streifen. Hauptdarsteller Cohen werde dazu gezwungen ein Drehbuch auswendig zu lernen und eine Figur zu spielen, die lediglich zum Leben erwacht, wenn der Regisseur auch tatsächlich „Action“ ruft.

Persönlichkeit, so seine Ansicht, hätte das allerdings nicht. Das Ganze sei vielmehr zu einer Farce verkommen, die verschiedene komödiantische Elemente zusammengeschustert hätte. Man erinnere sich nur an die Szene, in der der Dikator seine eigenen Olympischen Spiele veranstaltet und seine Gegner während des Rennens kurzerhand abknallt oder der Rundflug in einem Helikopter, in dem er Touristen zu Tode erschreckt (Rihanna soll in „Battleship“ allerdings noch weniger überzeugt haben – mehr hier).

Der Diktator wirkt unfertig und schlecht geschnitten

Lustig sei das Ganze schon. Doch insbesondere Cohens Charakter wirke unfertig, unterentwickelt und schlecht zusammengeschnitten. Als General Aladeen lässt er nicht nur einmal Ähnlichkeiten mit einem gewissen Diktator aus Libyen durchblitzen. Seine Ideen sind überzogen – als er hart im amerikanischen Alltag landet ist der Katzenjammer groß. Ohne Bart, ohne Status, irrt er im hektischen New York umher (derweil erobert der türkische Film „Fetih 1453“ die US-Kinos – mehr hier).

Alles in allem, so Moore, beinhalte der Streifen ein paar wirklich schöne Ideen. Doch nicht wenige Charaktere spielen, als würden sie ihre Rollen vorlesen. Jetzt, da man sich an ein Skript halten muss, werde Charles als ungeschickter Filmemacher entlarvt, so seine Auffassung, der das Publikum eine Handlung bereits vor der eigentlichen Handlung erkennen und nicht selten einen Lauf zu lange andauern ließe. Zum Lachen bringen – das schaffe dieses Team allemal. Doch der Stoff selbst scheint um Jahre verspätet zu sein.

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