Verdoppelung der Produktion in der Türkei: Hyundai will 607 Millionen Dollar investieren

Der südkoreanische Autobauer Hyundai hat am vergangenen Donnerstag angekündigt, dass er 607 Millionen Dollar in der Türkei investieren will. So sollen die Produktionskapazitäten im Land auf einen Schlag von 100.000 auf 200.000 Fahrzeuge pro Jahr verdoppelt werden.

Im Rahmen einer Zeremonie im Hyundai-Werk in Izmit, in der man den Produktionsstart der neuen i20 Modelle feierte, gab Ali Kibar, CEO von Kibar Holding, ein Partner von Hyundai Assan in der Türkei, die neuen Unternehmenspläne bekannt. Wie er gegenüber den Anwesenden Gästen und Journalisten erklärte, hätten bei der Entscheidung sich derart in der Türkei zu engagieren, die jüngsten Anreize aus Ankara eine große Rolle gespielt.

Insgesamt, so führte er weiter aus, woll Hyundai 607 Millionen Dollar investieren. Der Betrag setzt sich zusammen aus 382 Millionen, die von Hyundai direkt kommen, dazu gesellen sich türkische Sub-Unternehmer mit 121 Millionen sowie vier südkoreanische Sub-Unternehmer mit 104 Millionen Dollar. „Wir planen alle Schritte binnen 18 Monaten abgeschlossen zu haben“, so Kibar über das weitere Vorgehen. Darüber hinaus sollen  im Werk 750 neue Leute eingestellt werden. Im Zuge der Investitionen soll das Hyundai-Werk künftig 67 Prozent seiner Komponenten im Inland beschaffen können und einen Großteil seiner Fahrzeuge nach Europa exportieren (auch der Kfz-Nachwuchs schraubt bereits im Austausch – mehr hier).

Hohe Steuern und fehlendes Freihandelsabkommen verzerren in der Türkei Wettbewerb

Kibar unterstrich, dass ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen Südkorea und der Türkei, das derzeit beide Staaten auf ihrer Agenda hätten, die Investitionsgeschwindigkeit noch beschleunigen würde. Derzeit, so fügte er hinzu, würden alle aus Ländern wie Südkorea importieren Teile noch mit einer Steuer von 15 Prozent belegt. Das seien bei jedem Einkauf über 15.000 Dollar gute 2,250 Dollar extra. Neben der privaten Konsumsteuer würden die erst kürzlich von der Regierung erhöhten Steuern auf bestimmte Waren wie Autos, Handys, Tabak und alkoholische Getränke den Wettbewerb auf dem türkischen Automarkt zusätzlich verzerren (die Steuererhöhungen im Herbst 2011 hatten für ziemlichen Wirbel gesorgt – mehr hier).

Wie Hyundai Assan CEO Won-Shin Chang informiert, habe das Unternehmen mehr als 700,000 Fahrzeuge seit dem Start der Produktion in der Türkei vor 15 Jahren produziert und so einen Exportumsatz von rund vier Milliarden Dollar generiert. Seiner Ansicht nach ist die i20-Produktion derzeit die wichtigste Sparte des Werks. Mit einer jährlichen Produktion von 70,000 Autos könnte der jährliche Profit gut und gerne um  eine Milliarde Dollar ansteigen.

94 Prozent der Fahrzeuge sollen nach Europa exportiert werden

Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan, der ebenfalls beim Festakt anwesend war, betonte, dass die Automobilindustrie einer der strategischen Bereiche sei, die gezielt von staatlichen Anreizen profitieren sollte. Er erklärte in diesem Zusammenhang, dass fünf Prozent der Hyundai-Investition von der Regierung erstattet würden. Der Automobilriese, der in der Türkei als Hyundai Assan Otomotiv Sanayi bekannt ist, erwartet insgesamt 2,400 neue Stellen, einschließlich der Sub-Unternehmen, schaffen zu können (am 1. Mai gingen auch in der Türkei zig Tausende für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße – mehr hier). Ziel ist es, die Produktion des Hyundai i20 in der Türkei auf 120.000 Fahrzeuge aufzustocken. 94 Prozent der fertigen Autos sollen dann in den europäischen Markt sowie in weitere Länder, die ein Freihandelsabkommen mit der Türkei haben, exportiert werden.

Derzeit geht man davon aus, dass die Produktionserhöhung ab dem Jahr 2014 umgesetzt werden kann. Die jährlichen Einnahmen sollen sich dann auf gut zwei Milliarden Dollar belaufen. Die Erhöhung der jährlichen Produktionskapazität soll die wachsende Nachfrage aus Europa und der Türkei für Hyundai A-und B-Segment-Modelle erfüllen. Die Hyundai Motor Company hat außerhalb von Südkorea insgesamt sechs Produktionsstandorte: In den USA, China, Indien, Russland, der Türkei und in der Tschechischen Republik. Weltweit wurden 2011 4.06 Millionen Fahrzeuge verkauft. Das die komplette Palette von Fahrzeugen, darunter kleine und große Pkw, Geländewagen und Nutzfahrzeuge an.

Mehr zum Thema:

Auto made in Turkey: Investoren zeigen sich skeptisch
Wie die Banken die türkischen Konsumenten in die Schuldenfalle locken
Ökologische Bedenken? Staatsrat stoppt größtes Autobahn-Projekt der Türkei


Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.