Attacke in Istanbul: PKK Sympathisanten versuchten Linienbus anzuzünden

Eine Gruppe von PKK-Sympathisanten hat am vergangenen Sonntagabend einen Linienbus im Istanbuler Viertel Şişli attackiert. Sie bewarfen das Fahrzeug, in dem sich zu diesem Zeitpunkt immer noch Passagiere befanden, mit Molotow-Cocktails.

Zunächst, so berichtet der private Nachrichtensender NTV, hätten die Angreifer den Bus mit Stöcken und Steinen beworfen als der Fahrer an einer roten Ampel anhalten musste. Als die Insassen dann versuchten ins Freie zu gelangen, fuhren die Attentäter härtere Geschütze auf und warfen Molotow-Cocktails.

Die Gruppe, so heißt es in der türkischen Zeitung „Hürriyet“, hätte nicht aufgehört explosive Geschosse in Richtung der Bus-Insassen zu werfen, selbst als diese sich schon auf der Straße befanden. Beherzt griff der Fahrer des Buses zum Feuerlöscher und schaffte es so die Flammen in Schach zu halten. Im Augenblick ist die Identität der Angreifer, die in den Medien lediglich als „PKK-Sympathisanten“ bezeichnet werden, noch nicht geklärt. Eine Untersuchung ist mittlerweile jedoch eingeleitet worden (erste Ende April fanden türkische Behörden iranische Handgranaten in PKK-Verstecken – mehr hier).

PKK: Gezielte Angriffe gegen Mitglieder der AKP

Erst zum Wochenbeginn bekräftige der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan, dass seine Partei in der Kurdenfrage keinen Rückzieher machen werde – trotz der jüngsten Angriffe gegen Mitglieder der Regierungspartei im Südosten des Landes (auch in Syrien soll die PKK Unterstützung des Assad-Regimes erhalten – mehr hier). Erst am 14. Mai hatten PKK-Mitglieder den AKP-Bürgermeister von Kulp Veysel Çelik, entführt. Das Stadtoberhaupt befindet sich noch immer in ihrer Gewalt. Drei Tage später dann eine weitere Greueltat: Der 48-jährige kurdischstämmige AKP-Bürgermeistergehilfe Ali Kılınç wurde in der Provinzhauptstadt Şırnak vor seinem eigenen Haus im Stadtteil İsmetpaşa erschossen. Die Attentäter streckten ihn mit Schüssen in Kopf und Bauch nieder. Kılınç verstarb wenig später im Krankenhaus. Der oder die Täter konnten flüchten. Auch hier steht die Terrororganisation PKK im Verdacht, die Tat begangen zu haben. Der jüngste Übergriff ereignete sich erst am vergangenen Samstag, den 19. Mai. Die PKK, so heißt es, hätte einen Dorfvorsteher und fünf Dorfschützer in der südöstlichen Provinz Bitlis entführt.

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