Am Rande des NATO-Gipfels: Türkische First Lady mit Michelle Obama unterwegs

Während die Köpfe der Männer im Zuge des NATO-Gipfels in Chicago rauchten, hatte sich auch Amerikas First Lady, Michelle Obama, einiges für die weiblichen Begleiterinnen der Teilnehmer einfallen lassen. Gemeinsam mit ihrer türkischen "Kollegin", Hayrünnisa Gül sowie vier weiteren First Ladies kam sie für ein Mittagessen und eine kleine musikalische Darbietung in einem lokalen Jugendzentrum zusammen.

Die Damen um Michelle Obama besichtigten das Gary Comer Youth Center, das über eine Sporthalle, ein Tanzstudio und sogar ein Theater verfügt. Daneben bietet es jungen Leuten der Gemeinde Nachhilfe, Vorbereitung aufs College, aber auch Kurse in Kochen oder Gartenbau an. 90 Prozent der Besucher kommen aus Haushalten mit geringem Einkommen (erst vor kurzem kündigte Erdogan an, eine religiöse Jugend heranziehen zu wollen – mehr hier).

Gül, Obama und Co. sprechen mit Kindern über ihr Leben

„Ich brachte sie hierher, weil ich so stolz darauf bin, wo ich aufgewachsen bin. Ich wollte allen einige der wundervollen Dinge zeigen, die hier im Süden der Stadt passiert sind“, erklärt Michelle Obama, warum sie ausgerechnet diesen Ort ausgewählt hat. Kurz darauf begann die Darbietung des „South Shore Drill Team“, das Frank Sinatras „My Kind of Town“ zum Besten gab. Obama und Gül klatschten und tanzten zu den Klängen, die von den Kindern des Zentrums zur Aufführung gebracht wurden und probierten selbstverständlich auch die Erdbeer-Basilikum-Vinaigrette, die sie in der Küche des Zentrums zubereitet hatten.

Gemeinsam mit Valerie Trierweiler, der Lebensgefährting des neuen französischen Präsidenten Francois Hollande, gingen Hayrünnisa Gül und die anderen Damen auf Tuchfühlung. Auf dem Dachgarten des Hauses sprachen sie mit den Kindern über ihre alten Tomaten- und Salatsorten, die sie dort angebaut hatten. „Ich bin aufgewachsen wie ihr“, erklärte Michelle Obama gegenüber einer Gruppe farbiger Kinder, dass es ihr ähnlich erging, wie ihnen heute. „Derselbe Hintergrund. Meine Familie hatte nicht viel Geld. Keiner meiner Eltern hatte die Möglichkeit ein College zu besuchen, auch die meisten Leute in meiner Nachbarschaft hatten diese Chance nicht.“ (laut dem Statistikinstitut der Türkei (TÜKİK) gilt jeder dritte Türke als arm – mehr hier).

Wie die türkische Nachrichtenagentur Anatolia weiter erfahren haben will, soll Gül Obama in die Türkei eingeladen haben. Aufgrund des Wahlkampfes ihres Mannes in diesem Sommer solle das allerdings so schnell nicht möglich sein. Später, so heißt es, wolle sie allerdings sehr gerne kommen.

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