Tötung streunender Tiere: Türkei bestraft Täter künftig mit Gefängnis

Diejenigen, die herrenlose Tiere in der Türkei töten, werden künftig nicht mehr so leicht davon kommen. Auf Grund einer Änderung des hiesigen Tierschutz-Gesetzes kann ihnen für ihr Vergehen nun sogar eine Haftstrafe drohen. Insgesamt gibt es in Sachen Artenvielfalt in der Türkei aber noch jede Menge zu tun.

Minister Veysel Eroğlu während des Symposiums in Ankara. In der Türkei gibt es noch viel in Sachen Artenvielfalt zu tun. (Foto: DTN)

Minister Veysel Eroğlu während des Symposiums in Ankara. In der Türkei gibt es noch viel in Sachen Artenvielfalt zu tun. (Foto: DTN)

Wie der türkische Umwelt- und Waldminister Veysel Eroğlu bekannt gab, liege die Änderung des gegenwärtigen Tierschutzgesetzes bereits dem Büro des Ministerpräsidenten vor. Sie sieht vor, dass diejenigen, die streunende Tiere töten, künftig nicht nur mit einer Geldbuße bestraft, sondern dafür auch in Haft genommen werden können.

Zur Sprache kam die Verschärfung auf einem Symposium für Artenvielfalt in Ankara, das im Zuge des Internationalen Tags der biologischen Vielfalt organisiert wurde. Dort erklärte Eroğlu, dass man gerade mitten in aufwändigen Vorbereitungen in punkto nachhaltiger Entwicklung für den Juni-Gipfel der Vereinten Nationen in Rio stecke. An dem Treffen, so führte er weiter aus, werde auch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan teilnehmen.

Gesetz zum Schutz der Biodiversität muss Parlament passieren

Laut Eroğlu sei es vor allem die Artenvielfalt, die den eigentlichen Reichtum der Türkei ausmache. Er hofft, dass das Gesetz zum Schutz der Biodiversität – das dem Parlament nun schon zum zweiten Mal vorgelegt wird, nachdem im vergangenen Jahr versäumt wurde darüber zu diskutieren – vom Parlament verabschiedet werde bevor diese Legislaturperiode zu Ende sei. Durch seine geographische Lage sei die Türkei in Sachen Artenvielfalt absolut begünstigt. So gäbe es hierzulande 12.000 Arten von Pflanzen, fast 4.000 davon seien einheimisch, sodass die Türkei so artenreich wie ganz Europa zusammen sei (erst im vergangenen März wurde in der Türkei die erste Tierschutzpartei gegründet – mehr hier).

Doch um dieses Vielfalt nachhaltig zu schützen, gibt es noch viel zu tun. Im Bemühen, die türkische Flora und Fauna weiter zu erforschen und zu bewahren, plant die Generaldirektion für Naturschutz und Nationalparks eine Liste der Arten bis zum Jahr 2015 zu erstellen. Außerdem liegt die Türkei in der Einrichtung von Naturschutzgebieten, die einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leisten, nach wie vor hinter vielen anderen Nationen zurück. Solche Naturschutzgebiete machen derzeit knapp 14 Prozent der Erdoberfläche aus. In der Türkei liegt ihr Anteil aktuell bei vier Prozent. Doch die Türkei sei  fest entschlossen, so der Minister bei der Eröffnung des zweitägigen Gipfels, diese Zahl auf zehn Prozent zu erhöhen.

Zahl der türkischen Naturparks steigt an

Die Türkei, die das Übereinkommen über die biologische Vielfalt im Jahr 1996 unterzeichnet hat, ist eines der acht großen Gen-Zentren der Welt. Das Land beherbergt fast 76.000 Arten von Tieren, Pflanzen und Lebewesen, über 8.000 davon sind eigentümliche Spezies in der Türkei. Das Land verfügt über 41 Nationalparks sowie einer Reihe von Naturparks. Gab es von letzteren im Jahr 2003 gerade einmal 17, sind es mittlerweile schon ganze 185. Dank einer Forst-Kampagne, die zu Beginn des Jahres 2008 begonnen hat, wird zudem eine Fläche von 2,4 Millionen Hektar bis Ende des Jahres wieder aufgeforstet sein (Bewusstsein für Umwelt und Ernährung vermittelt in Deutschland ein türkischer Gartengründer – mehr hier).

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