Olympia 2020: Istanbul ist unter den Finalisten!

Erst Anfang Mai wandte sich IOC-Chef Jacques Rogge mit deutlichen Worten in Richtung Türkei: Olympia 2020 und EM 2020 - beides auf einmal geht nicht. Warum er so entschieden appellierte, scheint jetzt offenbar zu werden: Während Doha und Baku aus dem Rennen sind, kann sich Istanbul nun unter die drei Finalisten einreihen.

Das Rennen um die Olympischen Sommerspiele 2020 ist mittlerweile zu einem echten Dreikampf avanciert. Jetzt buhlen nur noch Istanbul, Madrid und Tokio um den wichtigsten sportlichen Wettbewerb der Welt (die Türkei hatte sich offiziell im August 2011 um die Spiele beworben – mehr hier). Katars Hauptstadt Doha ist ebenso aus dem Rennen wie Baku in Aserbaidschan. Das teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) am vergangenen Mittwoch während eines Treffens im kanadischen Québec mit (im Vorfeld schloss sich IOC-Chef Rogge den Bedenken von UEFA-Präsident Platini an: Die Türkei könne nicht gleichzeitig die EM und Olympia austragen – mehr hier).

Baku konnte das Komitee trotz seiner massiven Investitionen in den vergangenen zehn Jahren nicht überzeugen. Mehr als eine Milliarde Dollar hatte die Stadt, die aktuell Schauplatz des Eurovision Song Contests ist, in der vergangenen Dekade in Sportstätten investiert. Nachdem es bereits mit den Spielen für 2016 nicht geklappt hat, hat die Stadt nun erneut das Nachsehen.

Auch Doha scheidet in den Augen des IOC aus. Ob das am ungewöhnlichen Vorschlag des arabischen Emirats gelegen haben mag? Immerhin schlug man vor, die Olympischen Spiele nicht wie sonst im Juli und August abzuhalten, sondern diese auf Grund der immensen Hitze, die zu diesem Zeitpunkt im Land herrscht, kurzerhand in den darauffolgenden Oktober zu verlegen. Ein Trostpflaster gibt es für Doha übrigens dennoch: Der Nachbar von Saudi-Arabien ist 2022 Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft.

Tokio, Madrid und Istanbul buhlen um Gunst des IOC

Jetzt geht es also sprichwörtlich „um die Wurst“ (Erdogan erklärte erst im Januar die Olympischen Sommerspiele hätten nationale Priorität – mehr hier). Bis das große Zittern ein Ende hat, wird es allerdings noch eine ganze Weile dauern. Erst im September 2013 will das IOC bekannt geben, ob Tokio (Japan), Madrid (Spanien) oder Istanbul (Türkei) das Rennen um den Austragungsort gemacht hat und die Türkei nach vier gescheiterten Versuchen endlich den Zuschlag erhält.

Bereits im Sommer 2011 deutete das IOC an, dass Istanbuls Chancen so gut wie nie stünden. Klaus Schormann, seit 1993 Weltpräsident des Dachverbands aller nationalen Sportverbände (UIPM) und Mitglied der IOC-Kulturkommission, erklärte damals, dass es jetzt die beste Zeit für eine Kandidatur Istanbuls für die Olympischen Sommerspiele im Jahr 2020 sei. “Die Chancen waren noch nie so groß wie heute”, so der Fachmann. Die Metropole zeige seiner Meinung nach absoluten Willen und hätte auch einiges getan. Die größten Probleme wie etwa Verkehr, Unterkünfte und Sicherheit hätte die Stadt im Griff. Er appellierte an das türkische Selbstbewusstsein und forderte: „Vergesst die Vergangenheit und denkt positiv.“ ( auch in Sachen Werbung solle man auf eigene Leute setzen – mehr hier).

Rom hatte übrigens bereits im Februar aufgegeben. Zu tief steckt das Land derzeit in der Schuldenkrise. In der britischen Metropole London stehen derweil alle Zeichen auf „Go!“. Vom 27. Juli bis zum 12. August finden hier die Olympischen Sommerspiele 2012 statt. Danach geht es in Richtung Brasilien, wo die Sportwelt 2016 in Rio de Janeiro zu Gast sein wird.

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