Wiener Islamisten-Prozess: Paranoia oder Terrorgefahr?

In Wien steht derzeit Thomas Al J. vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft versucht zu beweisen, dass der 26-Jährige Mitglied von Terrororganisationen gewesen sei. Für die Verteidigung sind das allerdings nur „paranoide Verschwörungstheorien“.

Organisation von Reisen ins Terrorcamp, der Versuch sich den Al Shabaab Milizen in Somalia anzuschließen und finanzielle Unterstützug von Terrornetzwerk – die Vorwürfe gegen den 26-Jährigen Wiener Thomas Al J. sind lang. Die Staatsanwältin Nina Mayrgündter führt im Prozess gleich sechs verschiedene Terrororganisation an zu denen Al J. Kontakt gehabt haben soll. „reine paranoide Verschwörungstheorien“ sind das allerdings für die Verteidigung.

Einem jungen Mann aus Wien, der 2009 ausgereist war, um sich in einem pakistanischen Terrorlager ausbilden zu lassen, soll er zur Unterstützung 4000 Euro überwiesen haben der deutsche Innenminister Friedrich sieht vor allem im home-grown-terrorism ein Problem – mehr hier). Die Verteidigung erklärte allerdings, dass Al J. gedacht habe, er gehe nur zum Koranunterricht.

Eine Reise nach Somalia, bei der er sich islamistischen Milizen habe anschließen wollen, glückte allerdings nicht und endete in Äthiopien. Hier sagt sein Anwalt Lennart Binder, dass die Al Shabaab nie sein Ziel gewesen seien. Es habe sich stattdessen um „eine Fernreise“ gehandelt, auf der andere Länder habe kennenlernen wollen. Alles in allem habe der 26-Jährige „ganz normale Verhaltensweisen gesetzt“, so sein Verteidiger.

Am 15. Juni 2011 wurde der Konvertit Thomas Al J. festgenommen. Bis dahin betrieb er im Internet eine islamistische Webseite und übersetzte einen Text des Extremisten Anwar al-Awlaki, in dem dieser zum Mord an Ungläubigen aufgerufen hatte (von Afghanistan aus rief ein Salafist dazu auf Pro-NRW-Mitglieder zu töten – mehr hier). Am 30. Mai wird der Prozess fortgesetzt.

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