Eurovision Song Contest 2012: Goldenes Ticket für Can Bonomo!

Der türkische Newcomer Can Bonomo hat es geschafft: Der 25-Jährige konnte im Rahmen des zweiten Halbfinales des Eurovision Song Contests 2012 in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku überzeugen. Gemeinsam mit neun weiteren Nationen zieht er jetzt ins große Finale am kommenden Samstagabend ein.

Die Startnummer 13 hat dem türkischen Musiker jüdischer Herkunft offenbar Glück gebracht. Der vom Kommenator aus dem Off als „mutige Wahl“ bezeichnete junge Mann lieferte seinen Titel „Love Me Back“ mit Unterstützung seiner Tanz-Crew um kurz vor 22 Uhr (MEZ) punktgenau und ohne Patzer ab. Um den Einzug ins Finale des Eurovision Song Contests 2012 bangen musste Can Bonomo jedoch bis zum Schluss. Er erhielt das so genannte „Goldene Ticket“, das eigens per Umschlag gereicht und als letztes der insgesamt zehn Finalteilnehmer von den Moderatoren aufgerufen wurde.

Neben „Seemann“ Can Bonomo haben folgende Nationen im zweiten Halbfinale die Segel in Richtung Finale gesetzt: Litauen, zur großen Überraschung aller, Bosnien-Herzegowina mit seiner Piano-Ballade, Serbien, die auf den bekanntesten Musiker des Landes gesetzt hatten, die Ukraine, deren Titel durchaus auch zur Fußball-Hymne avancieren könnte, Mazedonien, deren Weiterkommen ebenfalls eine große Überraschung darstellt, Norwegen, dessen Interpret am kommenden Samstag einen besonders schönen 24. Geburtstag feiern kann, Estland, die ebenfalls mit einer Ballade punkten konnten und Malta, deren Song „This is the Night“ für die Finalisten zum Wahlspruch des Abends wurde (die halb-türkische Sängerin aus Holland kam nicht weiter – mehr hier).

Publikum beurteilte Can Bonomo via Twitter-Nachrichten

In Deutschland konnte das Publikum, das diesmal gemeinsam mit den Zuschauern in Frankreich und Großbritannien zu entscheiden hatte, das Spektakel in der Crystal Hall auf Phoenix oder live im Internet verfolgen. Um zu einem fairen Urteil zu gelangen, wurde ihnen ein kleiner Kriterienkatalog als Hilfestellung zum Download angeboten. Darin zur Bewertung aufgeführt: Titel, Interpret, Gesang, Outfit, Bühne, Choreografie und schließlich Sex-Appeal. Auf der offiziellen Homepage des Wettbewerbs gab es zudem die Möglichkeit den Auftritt der Kandidaten direkt etwa via Twitter zu kommentieren. Auch im Fall von Can Bonomo griffen die Zuschauer in die Tasten. Ihr Urteil stellte sich jedoch – wie schon im Vorfeld – als gänzlich durchwachsen heraus: „Diesmal hat es die Türkei verdient“ war unter dem Livestream ebenso zu lesen wie „Oh wieder nicht Sertab Erener“, „hat sich Sindbad verirrt?“, „eine männliche Lena“, „etwas Backstreet Boys witzig, aber originell“, „bester türkischer Beitrag der letzten Jahre“, „als Matrose zum ESC? Nicht die schlechteste Idee“ oder „Wäre schön, wenn er die Töne treffen würde“.

Insgesamt präsentierte sich das zweite Halbfinale bis auf wenige Ausnahmen durchweg hochkarätig. Nach einem gelungenen Auftakt durch den erfahrenen serbischen Künstler Zeljko Joksimovic folgte eine bunte Mischung, die dem diesjährigen Contest-Motto „Light your Fire“ alle Ehre zu machen suchte. Vorwiegend setzten die 18 Teilnehmerstaaten auf temporeiche Nummern, die sich mal Pop lastig, mal rockig, mal als sanfte Ballade oder gar als Dancenummer präsentierten. Auffällig in diesem Jahr: Nur acht der 18 Kandidaten sangen in ihrer Heimatsprache. Der Rest setzte, wie übrigens auch Can Bonomo, auf englische Texte (dieser Umstand sorgte für viel Diskussionsstoff – mehr hier).

Russland und Ukrainie gehören zu den Eurovision Favoriten

Das Finale des Eurovision Song Contests 2012, der übrigens noch nie in seiner Geschichte so weit östlich ausgetragen wurde, dürfte also durchaus spannend werden. Zu den unangefochtenen Favoritinnen gehören nicht nur die so genannten „Big Five“, die gemeinsam mit Gastgeber Aserbaidschan ohne die Zwischenstation Halbfinale weiterkamen, sondern auch die russische Rentnerinnen-Formation “Buranovskiye Babuschkas” (auch die türkischen Medien haben diese Damen genauestens unter Beobachtung – mehr hier) sowie die stimmgewaltige ukrainische Sängerin Gaitana.

Eingestimmt auf den großen Samstagabend haben nun erst einmal die Gewinner der letzten fünf Jahre. Sie präsentierten am Donnerstagabend ein Novum des Contests und traten gemeinsam in einem Medley ihrer Siegersongs auf. Mit dabei natürlich auch die deutsche Kandidatin Lena, die nicht nur überzeugend performte, sondern mit sichtbar helleren Haaren auch für neuen Gesprächsstoff unter den Zuschauern sorgte.

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