Maria Böhmer: Zweisprachige sind im Vorteil

Auf einer Zusammenkunft der Landesintegrationsminister und -beauftragten Deutschlands wies Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, auf die große Bedeutung der Zweisprachigkeit hin.

In ihrer Rede in Wiesbaden stellte Böhmer den Wettbewerbsvorteil zweisprachiger Menschen heraus: „Diese Bürger sind in jeder Hinsicht im Vorteil, ich beneide sie!“ Besonders positiv aufgefallen sei ihr das allerdings nicht in Deutschland, sondern bei einem Integrationsmeeting in Gaziantep (In Deutschland ist die Sprachförderung in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Integrationsinstrumente avanciert – mehr hier).

„Es war die erste Integrationskonferenz, die von der Türkei organisiert wurde. Es hat mich gefreut, dort Menschen zu sehen, die sich bemühen unsere Sprache, Kultur und Wirtschaft kennenzulernen, um sich in Deutschland integrieren zu können“, fasst die Ministerin ihren guten Eindruck zusammen. Daran lässt sich ihrer Meinung nach gut anknüpfen: Es gelte nun vor Ort eine dauerhafte Willkommens- und Begegnungskultur zu entwickeln. Notwendig sei, so Böhmer weiter, ein Mentalitätswandel: „Von der Defizitorientierung- hin zur Potenzialorientierung.“ (zur Frage, ob erst Deutsch, dann Türkisch erklärte Hartmut Esser, Sozialwissenschaftler an der Universtiät Mannheim, gegenüber der DTN: „Für die ‚beste‘ Bildung muss man Deutsch können“  – mehr hier)

Modellprojekt der individuellen Integrationsvereinbarungen auf dem Weg

In Sachen Integration sieht Maria Böhmer sowohl die Medien als auch die Kommunen in der Pflicht. So kündigte sie an, ein Pressezentrum gründen zu wollen, um auf diesem Weg einer „Informationsverschmutzung“ bei Integrationsthemen entgegenzuwirken. Auf kommunaler Ebene gelte es, mehr auf die Bedürfnisse der Migranten einzugehen. „Vernetzungsstrukturen in den Kommunen sind ganz entscheidend, um Integration vor Ort effektiver zu gestalten“. Um diese voranzutreiben hat Böhmer bereits in 18 Kommunen und Landkreisen das Modellprojekt der individuellen Integrationsvereinbarungen auf den Weg gebracht. Integrationsangebote sollen in Zukunft effektiver und passgenauer vermittelt werden können. „Dafür“, appelliert Böhmer, „müssen Beratungsstellen, Jobcenter, Ausländerämter, Integrationskursträger und kommunale Behörden Hand in Hand arbeiten.“

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