Olympia 2020 und EM 2020: Türkei will beides stemmen!

Seit Mitte dieser Woche ist es raus: Istanbul ist im Rennen um die Olympischen Sommerspiele 2020 ganz vorne mit dabei. Kann sich die Metropole im September 2013 gegen Tokio und Madrid durchsetzen, flackert die olympische Flamme in acht Jahren am Bosporus. Gleichzeitig will die Türkei aber auch Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft 2020 sein. Jugend und Sport Minister Suat Kılıç ist überzeugt: Das geht!

Für Minister Suat Kılıç war die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am vergangenen Mittwoch eine historische Angelegenheit. Nach vier gescheiterten Anläufen ist der Griff nach den Olympischen Spielen so nah wie nie (Istanbul ist unter den Finalisten – mehr hier). Gleichzeitig steht das Land in einem Interessenkonflikt: Sowohl UEFA-Präsident Platini als auch IOC-Chef Rogges haben bereits Bedenken angemeldet, ob die Türkei beide Mega-Veranstaltungen im gleichen Jahr stemmen kann und auch sollte (beide hegen erhebliche Zweifel – mehr hier).

Kılıç zeigt sich jedoch zuversichtlich: „Wenn es möglich wäre, würden wir uns freuen, beide Veranstaltungen zu organisieren“, sagte der Minister. Wirtschaftlich betrachtet sei die Türkei stark genug, um beide Sportereignisse zu stemmen. Auf der anderen Seite gibt es jedoch gerade bei internationalen Gremien die Tendenz, große Sportveranstaltungen an verschiedene Länder zu vergeben. Das sieht auch der Minister ein. „Es ist nicht möglich beide Veranstaltungen zu organisieren, da zwischen beiden Events mindestens eine Spanne von sechs Monaten liegen muss.“ In der Tat, so führt er weiter aus, würde sogar darüber diskutiert werden diesen Zeitraum auf ein Jahr zu verlängern.

Die endgültige Entscheidung über die Olympischen Spiele 2020 fällt im September nächsten Jahres, während die Entscheidung für die Europameisterschaft  voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2014 getroffen wird. Die Türkei, so heißt es derzeit in den türkischen Medien, werde deshalb ihre Kandidatur für beide Veranstaltungen aufrechterhalten und zu gegebener Zeit in der Zukunft darüber entscheiden.

Unschlagbar: Olympia erstmals in einem muslimischen Land

Kılıç jedenfalls ist der Ansicht, dass die Türkei es voll und ganz verdient hätte Gastgeber der Spiele zu werden. „Istanbul bietet den Olympischen Spielen, was keine andere Stadt kann. Die Spiele würden auf zwei Kontinenten stattfinden.“ Und noch ein weiteres Argument bietet der Politiker auf: „Sollte İstanbul der Sieger sein, würden die Olympischen Spiele zum ersten Mal von einem Land der türkischen und islamischen Welt ausgetragen werden.“ Sollte Istanbul den Zuschlag erhalten, würden die Spiele überdies gemeinsam mit den Paralympischen Spielen in Asien und Europa organisiert werden. Entscheidend für Kılıç zudem: Der Stadt würden die Spiele weniger Kosten als anderen Metropolen. Der Grund: Viele der großen Verkehrsprojekte würden bereits laufen. Kämen die Spiele nach Istanbul, müssten keine zusätzlichen Unsummen fließen.

Für Uğur Erdener, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Türkei, kam die Entscheidung am vergangenen Mittwoch keinesfalls überraschend. „Dies ist ein Ergebnis, das wir erwartet haben“, sagte er. „Istanbul hat die höchste Chance die Olympischen Spiele 2020 auszutragen.“

Keine zwei Veranstaltungen: IOC-Haltung ist deutlich

Aber wie sieht es wirklich aus? Die türkische Tageszeitung beruft sich auf einen anonymen Informanten der Associated Press, der angeblich das Abstimmungsergebnis des Komitees ausgeplaudert haben soll. Der Vorstand soll demnach einstimmig für Tokio und Madrid gestimmt haben (beide 12-0) und unterstützte İstanbul mit 11-1. Die Abstimmung für Baku ergab 0-12 und 3-9 für Doha. Auch die Haltung des IOC zur EM-Kandidatur Istanbuls ist klar: Hier ist man der Ansicht, dass das Land nicht beide Veranstaltungen austragen kann. „Die Arbeitsgruppe ist der Ansicht, dass es für die Stadt eine zu große Gefahr birgt, binnen drei Monaten zwei Veranstaltungen dieser Art zu organisieren.“ (Erdogan erklärte erst im Januar die Olympischen Sommerspiele hätten nationale Priorität – mehr hier)

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