Großer Basar in Istanbul: Kontroverse über Renovierungskosten entbrannt

Erst seit Mitte der vergangenen Woche ist klar: der 550 Jahre alte Große Basar (Kapalı Çarşı) in Istanbul wird aufwendig restauriert. Die Arbeiten sind für den Erhalt der historischen Stätte dringend notwendig. Doch über deren Finanzierung ist nun ein Streit zwischen den Ladenbesitzern und der Gemeinde entfacht.

Anfang 2013, so gab der Bezirksbürgermeister Mustafa Demir Mitte der Woche bekannt, sollen die Arbeiten am Großen Basar beginnen (mehr als 3600 Shops und über 60 Straßen sind betroffen – mehr hier). Geschätzte Kosten bisher: Rund 200 Millionen Lira. Doch die Ladenbesitzer sind besorgt. Wie türkische Medien derzeit berichten, befürchten sie auf bis zu 90 Prozent der Kosten sitzenzubleiben (diese Sorge gab es bereits während des James Bond Drehs. Damals zeigte sich der geschädigte Ladenbesitzer äußerst verärgert, weil niemand nach seinem Schaden fragte – mehr hier).

Basar Restauration: Gemeinde steuert 20 Millionen Lira bei

„Das ist das größte Sanierungsprojekt der Welt. In seiner 550-jährigen Geschichte wird der Große Basar zum ersten Mal renoviert werden. Wir als Gemeinde werden das Projekt durch die Finanzierung von 20 Millionen türkische Lira unterstützen“, so Demir. Die Restaurierung des Kapalı Çarşı sei, nachdem eine Einigung zwischen der Gemeinde Fatih und dem Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung erzielt worden wäre, ins Katastrophenschutz-Gesetz aufgenommen worden.

Nach Angaben des Bürgermeisters gehören 98 Prozent des riesigen Basars 3.900 privaten Ladenbesitzern, die einen Beitrag, bemessen an der Größe ihres Geschäfts, hierzu zu leisten hätten. Wie hoch dieser konkret sein soll, darüber gibt es derzeit noch keine Angaben. Wer das Ganze organisieren soll, steht hingegen schon fest: Durchgeführt wird das Projekt vom Ministerium in Zusammenarbeit mit dem Kapali Carsi Unternehmerverband.

Ladenbesitzer trauen Umsetzungsmethode nicht

Doch bei aller Notwendigkeit solcher umfassenden Baumaßnahmen (zuletzt gab es Schäden durch den Dreh des James Bond Films „Skyfall“ – mehr hier), sind nicht wenige Ladenbesitzer vorsichtig. So erklärte etwa Ahmet Kesin, Eigentümer eines Juweliergeschäfts, gegenüber den Medien, dass er ganz und gar nicht gegen die geplante Restaurierung sei. Er hege jedoch Zweifel an der Methode, wie das Riesenprojekt umgesetzt werden soll. „Ein Verband soll sich um das Restaurierungs-Budget kümmern. Dem traue ich persönlich nicht. Hier gibt es mehr als 3000 Ladenbesitzer. Wie kann ein solcher Verband uns alle repräsentieren?“ Dennoch teilen die Inhaber die Ansicht des Bezirksbürgermeisters. Die Infrastruktur ist marode, die Klimatisierung und Elektrizität defekt. Und das sind nur die größten, derzeit bekannten Baustellen.

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