Eurovision Song Contest 2012: Can Bonomo schafft es auf Platz 7!

Riesenerfolg für den türkischen Newcomer Can Bonomo. In einem starken Teilnehmerfeld schaffte es der junge Sänger souverän auf Platz sieben. Gewinner in diesem Jahr ist die Favoritin aus Schweden. Loreen alias Lorine Zineb Noka gewann mit ihrem Song "Euphoria" und 372 Punkten unangefochten und holte den fünften ESC-Sieg für Schweden. Deutschland schlug sich ebenfalls sehr respektabel und kam auf den achten Platz.

Lange mussten Can Bonomo und seine Tänzer im so genannten Greenroom der Crystal Hall in Baku ausharren. Als Startnummer 18 von 26 betrat der 25-Jährige die Bühne. Sein Seemannslied „Love Me Back“, das im Vorfeld des Eurovision Song Contests in der Heimat durchaus für Kontroversen sorgte, wurde nicht nur in Aserbaidschan, sondern offenbar auch in weiten Teilen Europas regelrecht gefeiert (ein ganz anderes Ergebnis hatte der türkische Rockstar Kıraç prognostiziert – mehr hier).

Türkei erhält 12 Punkte aus Aserbaidschan

Insgesamt erzielt Can Bonomo, dessen Eltern von der Türkei aus die Daumen drückten, 112 Punkte. Fast während des gesamten Votings hielt sich der junge Mann stabil unter den Top Ten und konnte am Ende den äußerst akzeptablen siebten Platz für sich verbuchen. Für einige Nationen gehörte der Türke mit jüdischen Wurzeln gar zu den Favoriten: Aus dem Nachbarland Aserbaidschan gab es die volle Punktzahl. 12 Points to Turkey! Albanien bescherte der Türkei zehn, Mazedonien, die Niederlande, Malta und Deutschland gaben jeweils acht Punkte. Sieben Zähler waren Georgien, Bulgarien und Belgien die Darbietung wert. Schweden sprach dem türkischen Teilnehmer immerhin sechs Punkte zu. Jeweils fünf gab es aus San Marino und Frankreich. Vier Punkte vergaben Bosnien. Drei Zähler lieferten Österreich, die Schweiz und Ungarn. Zwei kamen schließlich aus Dänemark und last but not least jeweils ein Punkt aus Litauen und Israel.

Für die Türkei wiederum war das Nachbarland Aserbaidschan ganz vorne. Hier bedankte man sich ebenfalls mit zwölf Punkten. Bosnien erhielt zehn, Mazedonien acht Zähler. Ab 23 Uhr MEZ waren die Leitungen für 15 Minuten geöffnet. Jeder Zuschauer hatte die Möglichkeit bis zu 20 Mal in die Telefontasten zu greifen. Für das eigene Land konnte – wie immer – nicht abgestimmt werden.

Eurovision Song Contest 2012: Nacht der starken Frauen

Die Leistung von Can Bonomo, der im internationalen Musikbusiness bisher nicht in Erscheinung trat, ist umso beachtlicher, als dass das Teilnehmerfeld in diesem Jahr nicht nur insgesamt von starken und vor allem prominenten Stimmen dominiert wurde. Es war vor allem ein Aspekt, der in Baku 2012 besonders auffiel: Es war die Nacht der starken Frauenstimmen. Ganz gleich ob Gewinnerin Loreen, ihre Kollegin aus der Ukrainie, Mazedonien, Dänemark, Spanien oder auch Aserbaidschan – die Kehlen der Sängerinnen fegten ihre männlichen Kollegen größtenteils lautstark von der Bühne.

Can Bonomo bot „Balkanpop vom Feinsten“

Ab Mitternacht wurde es in Baku ernst. Zu denkbar später Stunde startete die Mega-Show, deren Kandidaten von den Kommentatoren im TV als auch im Internet teils liebevoll, teils augenzwinkernd mit dem ein oder anderen Vorab-Titel versehen wurden. So gab es in dieser Nacht nicht nur eine dänische Avril Lavigne, die sich sicherlich mehr von diesem Abend versprochen hatte. Da gab es einen schwedischen „Ikea-Song“ von einer „schwedischen Waldfee“, aber auch „die Zwei von der Hüpfburg“ namens Jedward, die Irland alle Ehre machen wollten. Auch Can Bonomo wurde von den TV-Zuschauern kritisch beurteilt. Im Rahmen des Livestreams, den der Eurovision Song Contest auf seiner Webseite bereitsstellte, wurde er nicht nur mit „Go Turkey!“-Rufen angefeuert, sondern auch das ein oder andere Mal in die Mangel genommen. „Klingt wie Döner ohne alles“, das ist ja „Zirkusmusik“, „Batman returns“ oder „Tanz der Fledermäuse“ war da zu lesen. Grüße erreichten Can Bonomo übrigens auch aus Deutschland während sich einige seiner Landsleute freuten: „Endlich mal wieder ein guter Kandidat!“, der „Balkanpop vom Feinsten“ ablieferte (er outete sich gegenüber der DTN übrigens als echter Lena-Fan – mehr hier).

Warme türkische Kultur in europäischen Wohnzimmern

Im Vorfeld erreichten Can Bonomo auch von den Lesern der Deutsch Türkischen Nachrichten die allerbesten Wünsche. Immerhin, der junge Mann wurde direkt hinter der heißen Favoritin und letztlich auch Gewinnerin Loreen ins Rennen geschickt. Einschüchtern ließ er sich davon allerdings nicht. Mit seinem poppigen Jazz-Song zog er die Zuschauer in seinen Bann und brachte ihnen einmal mehr die warme und freundliche Kultur seines Landes ins eigene Wohnzimmer – ganz gleich, wo auch immer in Europa es sich befand (ihm war es wichtig, dass er sich mit seinem Eurovision-Titel selbst treu bleibt – mehr hier).

http://www.youtube.com/watch?v=veuFbDZ0Xaw

Hier alle Punkte im Überblick.

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