Türkischer Fußball-Club bietet Ausweg für Frauen aus dem Osten

Geborgenheit und Schutz, den finden türkische Frauen, die sich in einer Notlage befinden, offenbar nicht nur in Frauenhäusern, sondern auch im Sport. Eine Frauenfußballmannschaft hat sich in fast 20 Jahren als echter Zufluchtsort erwiesen.

Die Damenmannschaft, bestehend aus Frauen zwischen 16 und 30 Jahren, bietet ihnen im Süden der Türkei Schutz vor den schwierigen Situationen, denen sie zuvor im Osten und Südosten des Landes auf Grund der immer heftiger werdenden Kämpfe zwischen der türkischen Armee und kurdischen Militanten ausgesetzt waren.

Das Adana İdman Yurdu Frauenfußballteam besteht, so berichtet die türkische Tageszeitung „Hürriyet“, aus insgesamt 18 Spielerinnen. Zwölf von ihnen stammen aus Tunceli, Şanlıurfa, Mardin, Elazig und Diyarkabır. Bereits seit 19 Jahren spielt das Team im professionellen türkischen Frauenfußball. „Unsere Diplomatie ist der Fußball“, fasst die Kapitänin der Mannschaft, Songül Paksoy, die Philosphie der Mannschaft zusammen.

Viele Frauen flüchten nicht, sondern suchen Heil in der PKK

Anderen Frauen gelingt der Absprung hingegen nicht. In seinem aktuellen Buch “PKK’da Semboller, Aktörler, Kadınlar” befasst sich der türkische Sicherheitsexperte Necati Alkan mit den Beweggründen von Frauen, die nicht die Flucht ergreifen, sondern ihr Heil ganz im Gegenteil in der PKK suchen. Die Terrororganisation lockt die zumeist armen und spärlich gebildeten Frauen, die jüngsten sollen um die 15 Jahre sein (die Hälfte der PKK besteht aus Kindern – mehr hier), mit Slogans wie “Befreit die Frauen, befreit Kurdistan!”. Die Mehrheit der Rekrutinnen kommt aus der Provinz Mardin, gefolgt von Şırnak, Van, Hakkari, Diyarbakır, Kars, Iğdır, Tunceli und Şanlıurfa (18 Prozent der PKK-Terroristen sind Frauen – mehr hier).

Seit Ende 2011 gibt es übrigens auch in der südost-türkischen Provinz Diyarbakır eine Frauenfußball-Mannschaft. Die erfahrene Managerin Filiz Altay hat hier das erste weibliche Team der Region aufgestellt. Einfach war das Unterfangen allerdings nicht. Sie hatte Schwierigkeiten überhaupt Spielerinnen zu finden.

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