Mega-Projekt: Bulgarien, Türkei und Katar bauen gemeinsam eine Autobahn

Bulgarien, die Türkei und Katar haben sich darauf geeinigt, eine gemeinsame Projektgesellschaft zu bilden, um eine Autobahn auf bulgarischem Gebiet zu bauen, das gab der bulgarische Minister für regionale Entwicklung und öffentliche Arbeiten nach einem trilateralen Treffen am 24. Mai bekannt. Die Kosten des Vier-Jahres-Projekt werden auf 965 Millionen US-Dollar geschätzt.

Die geplante, gut 300 Kilometer lange Autobahn soll später einmal die Donau-Hafenstadt Ruse an der Grenze Rumäniens mit der Stadt Svilengrad im Dreiländereck Türkei, Griechenland und Bulgarien verbinden. Ziel ist es, so Fahrten zum Beispiel von Istanbul nach Bukarest erheblich zu erleichtern und damit die Verkehrsinfrastruktur in Südosteuropa insgesamt zu verbessern. „Wie auf dem Treffen der Ministerpräsidenten von Bulgarien, Katar und der Türkei beschlossen, haben wir auf Grundlage einer öffentlich-privaten Partnerschaft ein technisches Treffen über den Bau Autobahn Ruse-Svilengrad abgehalten“, so Bauministerin Lilyana Pavlova im Rahmen einer Pressekonferenz.

Erst in der vergangenen Woche hatten die drei Ministerpräsidenten Borissow, Erdogan und Scheich Hamad ibn Dschasim ibn Dschabir Al Thani in der Schwarzmeerresidenz Ewksinograd vereinbart, gemeinsame Infrastrukturprojekte zu etablieren. Darunter auch den Bau einer neuen Autobahn, die eine direkte Verbindung in die größte Stadt der Türkei, nach Istanbul, herstellen würde (derzeit ist die Türkei immer weniger Transitland – mehr hier). Laut Pavlova wird erwartet, dass der Bau der Autobahn etwa vier Jahre in Anspruch nehmen und gut 1,5 Milliarden Lewa, das sind 965.03 Millionen US-Dollar verschlingen werde.

Katar will Bulgarien auf die Sprünge helfen

„Dies ist kein EU-gefördertes Projekt“, klärt der bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow auf. „Es wird als ein gemeinsames Projekt mit der Beteiligung der drei Länder realisiert werden.“ Am vergangenen Donnerstag, kündigte Katars Ministerpräsident Scheich Hamad Bin Jassim Al-Thani  an, dass das reichste Land des Trios insgesamt 200 Millionen US-Dollar bei der bulgarischen Zentralbank als Garantie hinterlegen würde. So zeige man, dass man es mit der Investition in dem Balkan-Staat ernst meine.

Katar erklärte darüber hinaus, dass es gut 100 Millionen Euro, etwa 127.080.000 US-Dollar, binnen eines Jahres in Landwirtschaft, Tourismus, Infrastruktur und andere Projekte in Bulgarien, dem ärmsten Mitgliedstaat der Europäischen Union, investieren würde. Derzeit verbessert das Land seine insgesamt schlechte Infrastruktur mit Geldern aus den EU-Fonds (die Türkei ist nach Ansicht einiger Politiker mittlerweile zu reich für EU-Hilfen – mehr hier).

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