Chaos am Atatürk Flughafen in Istanbul: Hunderte Turkish Airlines Mitarbeiter streiken

Auf Grund eines Bummelstreiks von einigen Hundert Turkish Airlines-Mitarbeitern sah sich die nationale Fluggesellschaft an diesem Dienstag gezwungen, 104 nationale und internationale Flüge zu streichen. Die Folge: Tausende verärgerte Passagiere strandeten an türkischen Flughäfen - vor allem auf dem Atatürk Flughafen in Istanbul.

Wie die türkischen Medien berichten, begann der Streik bereits um 3 Uhr in der Früh nach einem Aufruf der türkischen Luftverkehrsgewerkschaft Hava-İş. Wie diese erklärte, bat man die Mitglieder mit der Niederlegung ihrer Arbeit gegen einen Gesetzesvorschlag anzugehen, der die Rechte der Arbeitnehmer im Luftfahrtsektor massiv beschneiden würde. Doch nicht alle Beschäftigen des THY-Personals folgten dem Streikaufruf. Doch diejenigen, die streiken, protestieren auch gegen jene, die dem Aufruf von Hava-İş nicht gefolgt sind.

Technik solidarisiert sich mit Kabinenpersonal

Erst vor kurzem stimmte eine parlamentarische Kommission für einen Gesetzesentwurf, der vorsieht, das Recht der Luftfahrtbeschäftigten auf Streik schlicht zu  streichen. Der Vorschlag genießt die Unterstützung der Regierung, die Opposition hat sich dagegen ausgesprochen. Hava-İş bezeichnet das Ganze als einen Schlag „gegen die universellen, verfassungsrechtlichen, und grundlegendsten Rechte der Arbeitnehmer“. An diesem Dienstag soll der Vorschlag im Parlaments diskutiert werden.

Neben Streichungen hatte Turkish Airlines, die größte Fluggesellschaft in der Türkei, auch mit zahlreichen Verspätungen seiner Flüge zu kämpfen, nachdem sich dem Kabinenpersonal aus Solidarität auch Mitarbeiter aus dem Technik-Team angeschlossen hatten. Einige Passagiere mussten in Folge dessen bis zu einem halben Tag auf ihr Boarding warten.

„Hava-İş hat zu einem illegalen Streik aufgerufen und einige unserer Mitarbeiter sind dem nachgekommen. Aus diesem Grund erleben wir einige Probleme mit unserem Flugbetrieb“, heißt es in einer Erklärung der Fluggesellschaft. Auf Flugstreichungen solle trotz der Schwierigkeiten so wenig wie möglich zurückgegriffen werden. Das Ziel: So wenig Passagiere wie möglich sollen vom Streik betroffen sein. Passagiere, deren Flüge dennoch annulliert wurden, wurden von THY in einem nahe gelegenen Hotel untergebracht.

Dauert Streik zu lange, will die Regierung eingreifen

Auch der türkische Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan, der an diesem Dienstag einer Konferenz in Istanbul beiwohnte, ist der Ansicht, dass der Streik nicht im Einklang mit den Gesetzen stünde. „Ihre demokratischen Rechte können nur bis zur Grenze anderer demokratischer Rechte gehen“, sagte er. Auch Binali Yıldırım, Minister für Verkehr, Schifffahrtswesen und Kommunikation, meldet sich in Ankara zu Wort. Sein Standpunkt klingt versöhnlicher. Er erklärt: „Zu streiken ist eine Möglichkeit für Arbeitnehmer, sich um ihre Rechte zu bemühen, aber es muss das letzte Mittel sein [in allen derartigen Streitigkeiten].“ Er fügte jedoch hinzu, dass, „wenn sich das in die Länge zieht und die Menschen zu sehr belastet, werden wir nicht zögern, bestimmte notwendige Schritte zu unternehmen.“ Welche konkreten Schritte die türkische Regierung unternehmen wolle, falls die Lage wirklich eskalieren sollte, dazu machte der Minister allerdings keine Angaben.

Der Streik soll noch bis Mitternacht dauern. Vorsoglich, so berichten türkische Medien, sollen Sicherheitskräfte an den Flughafen in Istanbul versandt worden sein. Die Flugpassagiere werden vor dem Verlassen des Flughafens gebeten, den Status ihres Fluges per 444 0 849 zu checken.

Mehr zum Thema:

Turkish Airlines Crash in Schiphol: Niederlande erheben keine Anklage
Gestrichen oder abgesagt: Atatürk Flughafen fällt negativ in Europa auf
Aéroports de Paris kauft Anteile an türkischer TAV Airports Holding

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.