Dritte Bosporus Brücke: İçtaş-Asdaldi Konsortium erhält den Zuschlag

Noch im vergangenen Januar sah es so aus, als ob die ambitionierten Pläne für eine dritte Brücke ad acta gelegt werden müssten. Kein Unternehmen, weder im In- noch im Ausland wollte das Megaprojekt stemmen. Jetzt liegt die Lösung in einem Joint Venture bestehend aus der türkischen Baufirma İÇTAŞ und dem italienischen Baukonzern Astaldi.

Gemeinsam haben İçtaş und Asdaldi die Ausschreibung für das Nordmarmara Autobahn-Projekt, das den Bau einer dritten Brücke über den Bosporus beinhaltet, gewonnen. Das gab der türkische Verkehrsminister Binali Yildirim an diesem Dienstag in Ankara bekannt (auch Bulgarien, die Türkei und Katar tun sich zusammen – mehr hier).

Die jetzige Ankündigung markiert das Ende eines langen Ausschreibungsverfahrens, innerhalb dessen sich die Regierung gleich mit mehreren Schwierigkeiten konfrontiert sah. Es gab Proteste von Umweltaktivisten und zunächst niemanden, der sich des Projekts annehmen wollte (bis zur Deadline lagen keine Angebote vor – mehr hier). Die ersten Pläne wurden bereits im März 2011 vorgelegt. Eigentlich sollte die Ausschreibung bereits im August des gleichen Jahres abgeschlossen sein, zog sich dann aber auf Grund von Finanzierungsschwierigkeiten bis in den Januar 2012.

İçtaş-Asdaldi wollen Brücke binnen 36 Monaten bauen

Gegner der dritten Brücke über den Bosporus führen an, dass es so zu einer weiteren Bedrohung der hiesigen Wälder und der natürlichen Ressourcen der Stadt kommen werde (ein anderes Autobahn-Projekt wird jetzt einer Prüfung unterzogen – mehr hier). Ungeachtet dessen hat die Regierung jedoch beschlossen, das Vorhaben umzusetzen. Die geplante 414-Kilometer lange Nord-Marmara-Autobahn wird die westliche Marmara Provinz Tekirdag mit der ägäischen Provinz Izmir via einer dritten Brücke über den Bosporus und eier anderen über den Golf von Izmit verbinden.

İÇTAŞ und ihr italienischer Partner Astaldi waren in der Endphase der Ausschreibung am 20. April unter den vier letzten Kandidaten. Die Ausschreibungs-Kommission verlangte von dem Joint Venture, die Errichtung der dritten Brücke binnen kürzester Zeit und zu den günstigsten Kosten zu garantieren. Laut Yıldırım habe das Konsortium angeboten, die Brücke binnen 36 Monaten zu bauen. Die Kosten dafür sollen sich auf etwa 4.5 Milliarden Dollar belaufen.

Die geplante 1275 Meter lange Hängebrücke über den Bosporus soll die Nachbarschaft von Garipçe im Stadtteil Sarıyer auf der europäischen Seite mit Poyrazköy im Bezirk in Beykoz auf der asiatischen Seite verbinden. Die erste Bosporus-Brücke wurde 1973 erbaut. Die zweite, die Fatih Sultan Mehmet-Brücke, wurde 1988 fertiggestellt. Die dritte soll nun nach einem BOT-Modell entstehen – dem bisher größten seiner Art in der Türkei.

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