Die Türkei kann einen Griechenland-Austritt verkraften

Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wird immer wahrscheinlicher. Während Analysten davon ausgehen, dass das enorme Folgen für die EU hätte, prognostiziert die Bank of America Merrill Lynch der Türkei, dass sie einen solchen Schock verkraften könnte. Auswirkungen hätte die Krise allerdings trotzdem, denn das Leistungsbilanzdefizit werde weiter steigen, da die EU der größte Handelspartner der Türkei ist.

Der Austritt Griechenlands aus der Eurozone hätte verheerende Folgen für die europäische Wirtschaft, darüber sind sich alle einig. Doch die Türkei könnte diesen Schock verkraften, glauben Analysten.

„Die Türkei kann eine zweite Schockwelle verkraften. Wie überall auf der Welt, birgt das auch für die Türkei Risiken, jedoch sind keine großen systemischen Probleme zu erwarten. Wir glauben, dass das türkische Bankensystem damit umgehen kann“, erklärte der Analyst Türker Hamzaoğlu von der Investmentbank Bank of America Merrill Lynch. Die Türkei habe aus der Krise 2009 viel gelernt und sei nun vorbereiteter als damals. Die Unternehmen und Banken hätten den „Stresstest von 2009 und 2011 mit Bravur bestanden“, so Hamzaoğlu.

Türkei kann Lücken am europäischen Markt füllen

Da Europa allerdings der größte Handelspartner der Türkei ist, werde sich eine solche Krise vor allem auf das Leistungsbilandefizit der Türkei auswirken (mehr hier). Die ohnehin schon im Vergleich zu den Importen niedrigen Exportzahlen würden weiter einbrechen. „Die europäischen Analysten prognostizieren, dass der Euro-Austritt Griechenlands einen ähnlichen Schock hervorrufen werde, wie die Krise 2008-2009, die mit den Lehman Brothers begann. Die europäische Wirtschaft könnte um 4 Prozent schrumpfen“, erklärt er. An den europäischen Märkten werden dann Lücken entstehen, die die Türkei füllen kann. Deshalb könnte die Türkei sogar von einer Krise ein Stück weit profitieren (schon jetzt setzen immer mehr Investoren statt auf EU-Länder auf die Türkei – mehr hier).

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