Türkischer Gesundheitsminister: Anti-Abtreibungs-Gesetz schon nächsten Monat bereit

Was Ende der vergangenen Woche noch weit weg war, nimmt nun tatsächlich immer konkretere Züge an. Mitten in der Debatte um die Aussagen des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdogan gibt nun der türkische Gesundheitsminister Recep Akdağ an diesem Mittwoch bekannt, dass das Ministerium plane einen Gesetzentwurf zum Thema Schwangerschaftsabbruch bereits im nächsten Monat abzuschließen und anschließend dem Kabinett zu präsentieren.

Bisher ist der genaue Inhalt des entsprechenden Gesetzesentwurfs noch nicht durchgesickert. Es heißt jedoch, dass die Regierung den Zeitraum, in dem Schwangerschaftsabbrüche in der Türkei legal sind, erheblich reduzieren möchte. Seit 1983 ist ein Abbruch bis zur zehnten Woche legal. Künftig, so berichten die türkischen Medien, soll das nur noch bis zur vierten oder fünften Woche möglich sein. Akdağ erklärte, dass er persönlich davon überzeugt sei, dass eine Schwangerschaft nicht abgebrochen werden sollte – es sei denn es liege eine medizinische Notwendigkeit dafür vor.

Seit der Äußerung von Premier Erdogan „Abtreibung ist Mord“ und seine Abneigung gegen Kaiserschnitt-Geburten ist in der Türkei eine heftige Debatte über diese Themen entfacht (auch DTN Leser haben auf Facebook heftig diskutiert – mehr hier). Vor allem Frauengruppen und weibliche Abgeordnete zeigten sich erbost über seine Ansichten (sie rieten ihm auch mit solchen Themen sensibler umzugehen – mehr hier). Aber auch aus den Medien hagelte es Kritik. Für Erdogan mache es keinen Unterschied, ob ein Baby noch im Mutterleib oder nach seiner Geburt getötet würde. Zu guter letzt verglich er das Prozedere mit einem der verheerendsten militärischen Fehleinschätzungen in der türkischen Luftfahrtgeschichte und erklärte, „jede Abtreibung ist wie ein Uludere“.

„Wir bereiten gerade ein Gesetz über Abtreibung vor und wir werden dieses Gesetz erlassen“, gab Erdogan auch gegenüber einer jubelnden Menge während der Eröffnung eines neuen Krankenhauses in Istanbul bekannt. Details nannte er ebenfalls nicht.

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