Luftfahrt: Türkisches Parlament verbietet Streiks

Das türkische Parlament hat ein Gesetz, das Streiks und Aussperrungen in der Luftfahrt verbietet, verabschiedet. Erst am vergangenen Dienstag war die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines gezwungen, auf Grund von Streiks fast 200 Flüge zu streichen. Derzeit setzt sie ihre Entlassungswelle unvermindert fort.

Das Parlament stimmte am Mittwochabend, nur einen Tag, nachdem Hunderte Mitglieder des Bodenpersonals, Techniker und andere Arbeiter auf dem Istanbuler Hauptflughafen gegen genau diesen Gesetzesentwurf protestierten, ab.

Mustafa Yağcı, Generalsekretär der Gewerkschaft Hava-İş, erklärte an diesem Donnerstag, dass man erwarte, dass der Präsident sein Veto dagegen einlegen würde, da das Gesetz gegen die Rechte der Arbeiter auf Streik verstoße.

Turkish Airlines feuert weitere Mitarbeiter

Unterdessen fährt die Turkish Airlines fort, am Streik beteiligte Mitarbeiter zu entlassen (auch der türkische Wirtschaftsminister äußerte sich kritisch hinsichtlich der Streikenden – mehr hier). Nachdem es am Dienstag und Mittwoch insgesamt bereits gut 300 gewesen sein sollen, kamen laut türkischen Medienberichten nun noch einmal 45 Angestellte hinzu. Die Mitarbeiter, so heißt es weiter, hätten alle zu einem Sub-Unternehmen von Turkish Airlines gehört.

Wie die Hava-İş mitteilte, seien die Mitarbeiter via SMS oder Email gefeuert worden (solche SMS waren auch im Netz zu finden – mehr hier). Darüber hinaus hätte die Airline Personalkarten deaktiviert, um die einstigen Mitarbeiter, die nun als persona non grata gelten, daran zu hindern, noch einmal Gebäude der Fluggesellschaft zu betreten. Auch Mitarbeiter, die mehr als drei Tage am Stück fehlen, können entlassen werden.

Das Anti-Streik-Gesetz hat nun das Parlament passiert und wartet nun auf die Zustimmung des türkischen Präsidenten Abdullah Gül bevor es offiziell in Kraft treten kann.

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