Doppeltes Einkommen: Türkische Familien im Ländervergleich auf dem letzten Platz

Mama und Papa gehen arbeiten: Unter 32 Ländern, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) miteinander verglichen hat, ist dieses Modell in der Türkei am seltensten anzutreffen. Darauf weist aktuell die Türkische Vereinigung der Arbeitgeberverbände (TİSK) hin.

Der OECD-Bericht mit dem Titel „Gleichstellung der Geschlechter in Bildung, Arbeit und Unternehmertum“, enthält vergleichende Daten zum Beschäftigungsprofil von Familien in insgesamt 32 Ländern. 26 der untersuchten Nationen sind Mitglied der OECD.

Türkei: Frauen bleiben in der Regel zuhause

In 57 Prozent der Familien in den OECD-Ländern arbeiten beide Elternteile. In Slowenien ist diese Rate mit 82 Prozent am höchsten. Die Türkei hat unter diesem Blickwinkel allerdings die schlechteste Performance innerhalb der Auswertung. Hier wird dieses Modell nur in 15 Prozent der Familien gelebt. Hier gehen vor allem die Männer einem Beschäftigungsverhältnis nach, während die Frauen in der Regel zuhause bleiben (insgesamt erscheint die Türkei mittlerweile als zu reich für EU-Entwicklungshilfen – mehr hier). Diese Zahl hat jedoch auch eine andere Seite. Denn immerhin: In einem Drittel der Familien in den OECD-Ländern hat nur ein Elternteil ein Vollzeitjob. In der Türkei liegt diese Rate hingegen bei 69 Prozent (im letzten Jahr brachte eine OECD-Studie heraus, dass die Türken nicht gerade zu den Glücklichsten gehören – mehr hier).

Wie der OECD-Report weiterhin anmerkt, hätten es Frauen nach wie vor schwer, ins Berufsleben einzusteigen. Vor allem in der Türkei seien Teilzeitjobs alles andere als üblich – anders als etwa in westlichen Ländern. Auch Bildungs- und soziale Barrieren versperren, so der Bericht weiter, den Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt.

In vielen Ländern noch immer keine Gleichstellung erreicht

Insgesamt liegt die Rate der Familien mit doppeltem Einkommen innerhalb der OECD-Länder bei 5,7 Prozent. Weiterhin stellt der Bericht 2012 fest, dass es nach wie vor noch viel zu tun gibt – in so gut wie allen Ländern: „Trotz zahlreicher Verbesserungen hinsichtlich der Bildung und Beschäftigung von Frauen, haben viele Länder noch immer keine Gleichstellung der Geschlechter bezüglich ihrer wirtschaftlichen Chancen und deren Folgen erreicht.“

Hier geht es zum OECD-Bericht.

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