Anti-Streik-Gesetz: Turkish Airlines Mitarbeiter gehen in unbefristeten Ausstand

Noch muss der türkische Präsident Abdullah Gül das am vergangenen Donnerstag vom Parlament verabschiedete Gesetz, das künftig Streiks in der Luftfahrt verbietet, absegnen. Doch so lange wollen die Mitglieder der türkischen Luftverkehrsgewerkschaft Hava-İş nicht warten. Sie planen auf Grund der jüngsten Entwicklung in einen unbefristeten Streik zu gehen.

„Wir werden unsere Proteste am Atatürk Flughafen täglich zwischen 06.00 und 11.00 Uhr fortsetzen“, kündigte Hava-İş-Präsident Atilay Aycin bereits am gestrigen Donnerstag an und verwies noch einmal darauf, dass die nationale Fluglinie in Folge des Streiks am 29. Mai mittlerweile 300 Mitarbeiter des Kabinenpersonals entlassen habe (die Turkish Airlines Mitarbeiter erhielten eine SMS oder Email – mehr hier).

Am 29. und 30. Mai musste Turkish Airlines Hunderte von nationalen und internationalen Flügen streichen, weil 350 ihrer Mitarbeiter von ihrem bisherigen Recht Gebrauch machten, ihre Arbeit niederzulegen. Sie erklärten, sie seien „nicht bereit zu fliegen“ (darauf hin entstand am Atatürk Flughafen ein regelrechtes Chaos – mehr hier).

Turkish Airlines erklärt, die Aktion sei illegal

„Unsere Aktion ist legal, aber unsere Kollegen wurden auf einem illegalen Weg entlassen. Sie wurden per SMS informiert. Wir werden bis zum Ende für ihre Rechte kämpfen“, zitiert die Nachrichtenagentur Doğan Präsident Atilay Ayçin. Gegen die Fluggesellschaft, so erklärt er weiter, seien mittlerweile sogar Strafanzeigen eingereicht worden.

Ganz anders hört sich das von Seiten Turkish Airlines an. Das entlassene Personal werde natürlich auch noch offiziell über ihr Ausscheiden informiert, zitiert die türkische Zeitung „Radikal“ den Turkish Airlines Pressesprecher Ali Genç. Kurzmitteilungen und E-Mails seien nur warnende Hinweise und würden keine formale Kündigung eines Arbeitsvertrages darstellen. Er wies wiederum darauf hin, dass allein am ersten Streiktag 154 Flüge, am zweiten noch einmal 69 Flüge gestrichen werden mussten.

Streik verursacht zwei Millionen Dollar Verluste

Insgesamt, so heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung, hätte der Streik rund zwei Millionen US-Dollar Verluste verursacht. Die Fluggesellschaft kündigte an, rechtliche Schritte gegen die Führungsebene der Gewerkschaft einzuleiten und diese auf wirtschaftliche Schäden zu verklagen. In der Erklärung wird außerdem darüber informiert, dass auch 45 Mitarbeiter der Technik-Crew gehen mussten.

Unterdessen hat der Stellvertretende Ministerpräsident Bekir Bozdağ das neue Gesetz verteidigt. „Es mag [unter den Sektoren, denen gestattet ist zu streiken] in allen Ländern Ausnahmen geben hinsichtlich strategischer Fragen, Institutionen und Arbeit“, so der Minister am Rande der Istanbuler Somalia Konferenz.

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