Abtreibungs-Debatte: Online-Portal startet Kampagne

Die jüngsten Äußerungen des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdogan und anderer hochrangiger Politiker zum Thema Abtreibung haben nun auch einen unabhängigen Nachrichtensender auf den Plan gerufen. Um gegen die Ansichten der Regierung zu protestieren, wurde nun eine Foto-Kampagne ins Leben gerufen, die die Bürger ermutigen soll, sich kritisch an die Obrigkeit zu wenden.

Wie die türkische Zeitung „Hürriyet“ berichtet, habe das Portal „bianet“ seine User dazu aufgefordert, ihre Stimmen gegen die Kommentare der Politiker zu erheben. Alles, was dazu erforderlich wäre, sei das Hochladen eines eigenen Photos samt eines dazugehörigen Satzes, in dem sie ihre Emotionen darüber zum Ausdruck bringen (Erdogans Meinung Abtreibung sei Mord, sorgte für einen Aufschrei vor allem unter Frauenrechtsgruppen – mehr hier).

Binnen weniger Tage machte die Kampagne im Netz die Runde – mit großem Erfolg. Und dabei sind die Leser durchaus kreativ. Einige habe ihre Gedanken zu Papier gebracht, ander haben sich diese gleich auf den Leib geschrieben und so das Motto der Kampagne „Meine Entscheidung, meinen Körper!“ geradezu wörtlich genommen.

27 Frauen bei Protest von der Polizei verhaftet

Auf großes Interesse ist die Kampagne allerdings nicht nur bei den direkt betroffenen Frauen gestoßen. Auch Männer zeigten große Anteilnahme. Auch sie reichten Photos etwa mit dem Untertitel „Die Entscheidung meiner Frau, der Körper meiner Frau!“ oder „Die Entscheidung meiner Tochter, der Körper meiner Tochter!“ ein. Die Kampagne ist offen für alle Menschen, die daran teilnehmen wollen.

Unterdessen hat sich an diesem Freitag eine Gruppe von Frauen vor dem Gebäudes des Familien- und Sozialministeriums versammelt, um gegen die Abtreibungs-Polemik der Regierung zu protestieren. „Wir Frauen sind hier, wo ist Fatma Sahin?“, riefen die Anwesenden Frauen (erst vor einigen Monaten setzte sie sich für eine vermeintlich elfjährige Schwangere ein – mehr hier). Mittlerweile hat die Polizei 27 der Protestierenden verhaftet, nachdem sie versuchten eine Polizeisperre zu durchbrechen, um ins Regierungsgebäude zu gelangen.

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