19 Jahre Haft für PKK-Sympathisantinnen: Britisches Gericht greift durch

Ein britisches Gericht hat drei Sympathisantinnen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu insgesamt 19 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Trio hatte türkische Einrichtungen in London, darunter ein Zeitungsgebäude, Moscheen und Büros, mit Molotow-Cocktails attackiert.

Die Angriffe fanden, so heißt es in den türkischen Medien, im Dezember des vergangenen Jahres im Bezirk Haringey im nördlichen London statt, wo eine große Anzahl von Türken lebt. Der Prozess gegen die drei Frauen, Dilek Dag, Altın Yadırgı und Dilan Eroglu, begann bereits am 4. Januar dieses Jahres. Am letzten Verhandlungstag in der vergangenen Woche verurteilte der Woolwich Crown Court Dag und Yadırgı zu jeweils sechs Jahren und acht Monaten Gefängnis. Eroğlu erhielt sechs Jahre für ihre Attacken gegen die nicht-kurdische Gemeinschaft und ihre Sympathie für die Terrororganisation PKK (Ende Mai kam es erneut zu einer Attacke gegen einen türkischen Linienbus – mehr hier).

Auch Londoner „Zaman“-Büro wurde attackiert

Die PKK wird sowohl von der Türkei als auch den Vereinigten Staaten und Europa als terroristische Organisation angesehen. Seit 1984 führt sie einen blutigen Krieg in Südost-Türkei. Diese Kämpfe haben bisher das Leben von rund 40.000 Menschen gekostet. Auch das Londoner Büro der türkischen Tageszeitung „Zaman“ war eines der Ziele der Molotow-Cocktail-Attacken. Anti-Terror-Einheiten der London Metropolitan Police identifizierten später die Verdächtigen mit Hilfe des Filmmaterials von Überwachungskameras in der Stadt. Am 2. Januar erfolgte dann der Zuschlag. Zu jener Zeit hatten die britischen Medien spekuliert, wer hinter den Anschlägen stecken könnte. Die Redakteure tippten entweder auf die English Defense League oder die PKK (Die unabhängige pro-kurdische Abgeordnete von Diyarbakı, Leyla Zana, ist kürzlich zu zehn Jahren Haft verurteilt worden – mehr hier).

Eine weitaus höhere Strafe wurde am vergangenen Freitag in Diyarbakır verhängt. Das Gericht verurteilte dort einen gewissen Ş.G. zu 28 Jahren und sieben Monaten Gefängnis wegen des Besitzes von explosiven Stoffen und Molotow-Cocktail-Anschläge gegen fünf Banken (für das Attentat auf einen Bus, bei dem eine 17-Jährige starb gab es zehn Jahre – mehr hier).

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