Urlaub à la Big Brother: Alanyas Strände werden nun Kamera überwacht

Ist es nur zur Sicherheit oder schon Überwachung? Die südtürkische Stadt Alanya, eine der beliebtesten Touristen-Destinationen des Landes, hat sich entschlossen" aufzurüsten". Künftig sollen die traumhaften Strände mit Hilfe von 16 High-Tech-Sicherheits-Kameras unter Beobachtung gestellt werden.

Die Maßnahme, die unter dem Titel „Sicherheits-Herstellung an der Küste von Alanya“ läuft, soll laut türkischen Medienberichten binnen der kommenden acht Monate umgesetzt werden. Die Kosten sollen sich auf 600.000 Türkische Lira belaufen. Das teilte Hasan Şakiroğlu, der stellvertretende Vorsitzende des Antalya Tourismus Manager Verbands (ALTID), mit.

BAKA und Hotelmanager unterstützen Überwachung

Gegenüber der „Hürriyet“ versucht Şakiroğlu die Beweggründe für das aufwendige Vorhaben näher zu erläutern: „Der Hauptgrund für dieses Projekt ist, sichere Strände für Bürger und Touristen im Falle eines Notfalls, wie Ertrinken oder Diebstahl zu gewährleisten. Wir versuchen Wege zu finden, die Standards unserer Strände zu verbessern.“ Die Manager von insgesamt 246 Hotels im betreffenden Gebiet sehen das genauso. Sie haben bereits ihre Unterstützung für das Monitoring-System zugesichert. Auch die Entwicklungsagentur Westliches Mittelmeer (BAKA) ist mit im Boot. Sie will Mittel in Höhe von  272,000 Lira bereitstellen. Den Großteil über 347,000 Lira will allerdings die ALTİD selbst schultern.

Bei Überwachungskameras allein bleibt es übrigens nicht. Das Projekt umfasst zudem Sicherheitsstreifen auf Jet-Skis und im Geländewagen. Das Monitoring-System soll der Sicherheit der Touristen, vor allem deutsche und russische Urlauber zieht es hierher, und Bürger auch in einem weiteren Sinne dienen. Wie Şakiroğlu argumentiert, biete es auch Schutz vor terroristischen Aktivitäten und diene der Bekämpfung des Drogenhandels. „Alle verdächtigen Aktivitäten werden überwacht und unsere Polizei wird tun, was notwendig ist.“ Die Infrarot-Kameras sollen künftig von der hieisgen Polizei betrieben werden, daneben wird die Gemeinde für die Überwachung in der Pflicht sein (eine andere Überwachungsmethode wendet das Dorf Çeltek an – mehr hier).

Mobese-Kameras in der Türkei weit verbreitet

In der Türkei sind solche Monitoringsysteme übrigens nicht unüblich. In vielen Großstädten sind Überwachungskameras, die sogenannten Mobese-Kameras, installiert. Sie sollen helfen, Straftaten aufzuklären und natürlich auch zu verhindern. „Videoüberwachungsland“ Nummer eins ist jedoch Großbritannien. Dort werden mehr als 500 Städte von gut 40.000 Kameras überwacht. Insgesamt soll es mehr als vier Millionen „digitale Augen“ geben, die jeden Bürger rund dreihundertmal pro Tag erfassen (mit Hilfe solcher Kameras konnten Anfang des Jahres auch drei PKK-Sympathisantinnen dingfest gemacht werden – mehr hier).

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