Dritte Bosporus Brücke und Nordmarmara-Autobahn: Projekt könnte Tausende Arbeitsplätze schaffen

Fast wäre das Nordmarmara Autobahn-Projekt, das den Bau der dritten Bosporus-Brücke beinhaltet, gar nicht zustande gekommen. Seit vergangener Woche ist jedoch klar, ein türkisch-italienisches Konsortium realisiert das 4,5 Milliarden Dollar Projekt. Nun hat Verkehrsminister Binali Yıldırım die nächste gute Nachricht: Das gesamte Projekt könnte 6000 bis 7000 Menschen beschäftigen.

Jede Minute kurz vor dem Kollaps: Das Istanbuler Verkehrssystem muss dringend entlastet werden. (Foto: nick de plume/flickr)

Jede Minute kurz vor dem Kollaps: Das Istanbuler Verkehrssystem muss dringend entlastet werden. (Foto: nick de plume/flickr)

Eines der Hauptziele des Bauprojektes sei es, so Yıldırım mit Blick auf die dritte Bosporus-Brücke, das derzeit unzureichende Istanbuler Verkehrssystem zu entlasten. “Wir wollen, dass Fahrzeuge die Möglichkeit haben eine Transitstrecke zu wählen, um auf hohem Niveau, störungsfrei, sicher und bequem Zeit zu sparen ohne in den lokalen Straßenverkehr zu kommen.” Sobald das Projekt verwirklicht sei, würde sich die Durchfahrtszeit zwischen Europa und Asien erheblich verkürzen. Daneben hätte die Brücke auch Auswirkungen auf die Istanbuler Verkehrsdichte, die durch die Integration der dritten Brücke verringert werden würde (jeden Tag kommen in Istanbul fast 1000 neue Fahrzeuge hinzu – mehr hier). Außerdem werde diese die Ägäis- und Marmara-Region mit der Gebze-İzmir-Autobahn, die derzeit gebaut werde, verbinden.

Fertigstellung der dritten Bosporus Brücke 2015 geplant

Allein während der Konstruktionsphase der Brücke, die Teil des mehr als 400 Kilometer langen Nordmarmara Autobahn-Projekts ist, würden 700 bis 1000 Menschen beschäftigt werden, so Yıldırım weiter. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf ungefähr 4,5 Milliarden Dollar. Die Fertigstellung der Brücke ist für Ende 2015 geplant.

Der Bau der 1,875 Meter langen Hängebrücke wurde kürzlich einem Joint Venture, bestehend aus der türkischen Baufirma İÇTAŞ und dem italienischen Baukonzern Astaldi, zugesprochen (die Ankündigung Ende Mai markierte das Ende eines langen Ausschreibungsverfahrens – mehr hier). Für das gesamte Projekt veranschlagten sie eine Bauzeit von zehn Jahren, zwei Monaten und 20 Tagen. Der Bau der Brücke soll hingegen nur 36 Monate in Anspruch nehmen (auch Istanbul soll nach dem Willen Erdogans um jeden Preis modernisiert werden – mehr hier).

Fahrtzeit zwischen Istanbul und Izmir verkürzt sich immens

Die dritte Brücke verfügt nun auch über ein Schienennetz, das in den ursprünglichen Projektplänen nicht vorgesehen war. Jetzt wird sie zu einem zweistöckigen Bau mit einer Eisenbahnstrecke, die an der unteren Ebene entlang führt und der Autobahn, die sich auf der oberen Ebene befindet. Die dritte Brücke soll die Provinz Edirne auf dem europäischen Teil der Türkei und Izmit, die benachbarte Provinz auf der asiatischen Seite Istanbuls verbinden. Darüber hinaus soll das Projekt die beiden Flughäfen Atatürk und Sabiha Gökcen per Schienennetz, das durch einen Unterwasser-Eisenbahntunnel führt, verbinden.

Die Gebze-Izmir Autobahn, die zudem eine drei Kilometer lange Brücke über die Bucht von Izmit einschließt, verkürzt die Distanz zwischen Istanbul und Izmit um 140 Kilometer bzw. von bisher acht bis zehn Stunden Fahrzeit auf vier bis fünf Stunden. Auch deren Bau soll in sieben Jahren abgeschlossen sein (ökologische Bedenken führten hier allerdings kürzlich zu einem Baustopp – mehr hier).

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