Turkish Airlines: Kündigungen nach Streik sind endgültig

Nach der Entlassung von mehr als 300 Mitarbeitern, die sich in der vergangenen Woche an einem Streik der türkischen Luftverkehrsgewerkschaft Hava-İş gegen ein geplantes Anti-Streik-Gesetz beteiligten, zeigt sich Turkish Airlines unnachgiebig. Wie der Vorsitzende der Fluggesellschaft bekannt gab, werde es keine Wiedereinstellungen geben.

„[Die Entlassungen] waren die schwerste Entscheidung meines Lebens“, so Turkish Airlines Vorsitzender Hamdi Topçu während eines Treffens mit Wirtschaftsjournalisten verschiedener Zeitungen. „Aber ich musste mich an die Regeln halten. Die Verordnung [in Bezug auf Entlassungen] ist nach wie vor in Kraft. Aber ich habe dem Präsident der Gewerkschaft [Hava-İş] versprochen, darüber noch einmal mit der Geschäftsführung zu sprechen“, zitiert ihn die türkische Zeitung „Radikal“. Er werde den Vorstand in den nächsten Tagen erneut zu einer Sitzung zusammen bitten (die Mitarbeiter wurden zunächst via SMS oder Email informiert – mehr hier).

Streikfolge: Turkish Airlines hat Verlust von zwei Mill. Dollar

Mitglieder der Gewerkschaft Hava-İş traten am 29. Mai in den Streik. Im Zuge dessen kam es, so Topçu weiter, zur Streichung von 223 Flügen und einem Verlust von rund zwei Millionen US-Dollar (auf dem Atatürk Flughafen in Istanbul brach Chaos aus – mehr hier).

Das Gesetz, das künftig Streiks und Lockouts in der Luftfahrtindustrie verbietet, trat in Kraft, nachdem es nach der Zustimmung durch Präsident Abdullah Gül am 3. Juni im Amtsblatt veröffentlicht wurde (das Parlament verabschiedete den Entwurf am 31. Mai – mehr hier). Das neue Gesetz steht im Kontext eines seit Monaten andauernden Tarifsstreits, der mittlerweile vor der höchsten Schiedstelle gelandet ist.

Topçu weist in seinen Ausführungen darauf hin, dass Turkish Airlines seinen Mitarbeiter mehr bezahlen würde als etwa die deutsche Lufthansa. Die Fluggesellschaft zeichnet für 8.5 Milliarden Dollar des jährlichen Gesamtumsatzes von 12.5 Milliarden in der türkischen Luftfahrtindustrie verantwortlich.

Turkish Airlines: Cyberattacke aus dem Ausland

In der Zwischenzeit, so berichtet die Nachrichtenagentur Doğan, hat Turkish Airlines auch damit begonnen, nach denjenigen zu fahnden, die am Tag des Streiks die Unternehmensseite gehackt hatten. Die Cyberattacke soll laut Angaben von Turkish Airlines aus dem Ausland erfolgt sein, was dem ganzen Fall nun eine internationale Dimension verleihe.

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