Erdoğan: Die Türkei braucht keine Touristen aus Israel!

Die türkische Tourismusindustrie braucht keine Touristen aus Israel. Das erklärte Recep Tayyip Erdoğan gegenüber einer israelischen Zeitung. Der türkische Premier reagiert damit auf die jüngsten Androhungen aus Tel Aviv ein Touristen-Boykott der Türkei zu unterstützen.

Wie Erdoğan gegenüber der Zeitung „Maariv“ klarstellt, hätte ein solcher Boykott israelischer Touristen keinerlei Effekte auf die türkische Wirtschaft. „Wir brauchen keine israelische Touristen“, zitiert das Blatt den Politiker. „Im letzten Jahr kamen 30 Millionen Touristen in die Türkei. Israels Tourismus-Boykott wird keinen Einfluss auf uns haben.“

Verbesserung der Beziehung nur durch drei Schritte zu erreichen

Erdoğan erklärte weiter, dass Israel drei notwendige Schritte unternehmen müsse, um die bilateralen Beziehungen zur Türkei wieder zu verbessern. Konkret geht es dem Premier um eine Entschuldigung für die Tötung von neun türkischen Aktivisten auf der Mavi Marmara im Jahr 2010, die Zahlung von Schmerzensgeld an ihre Familien (der Anwalt der Opfer behauptete kürzlich, Israel habe sechs Millionen Dollar geboten, damit die Anklage fallen gelassen werde – mehr hier) sowie schließlich ein Ende der Gaza-Blockade (ein türkisches Gericht forderte Ende Mai neun Mal lebenslänglich bzw. insgesamt 18.000 Jahre Haft, für die zuständige israelischen Militärs – mehr hier).

Bereits am 13. März dieses Jahres sprachen israelische Beamte eine Warnung an ihre Landsleute aus, nicht in die Türkei zu reisen. Doch auf dem türkischen Tourismusmarkt lässt sich bereits seit Längerem ein neuer Trend ausmachen. War die Türkei bis 2008 begehrtes Reiseziel der Israelis, brachte der israelisch-türkische Konflikt, der auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos 2009 seinen Anfang nahm, auch eine Kehrtwende beim Gang ins Reisebüro (kamen 2008 noch mehr als 500.000, waren es 2010 nur noch etwas mehr als 100.000 – mehr hier). Immer weniger, so fasste die „Jerusalem Post“ im Oktober vergangenen Jahres zusammen, würden israelische Touristen die Türkei als Urlaubsziel bevorzugen.

Israelis bleiben Türkei fern: Araber schließen die Lücke

Diese Lücke, die durch die ausbleibenden Touristen aus Israel entstanden ist, füllen nun Urlauber aus den arabischen Ländern. Bei ihnen wird die Türkei sogar immer beliebter. In den türkischen Urlaubsregionen sieht man Araber, wohin man blickt. Während es 2009 noch 912.000 arabische Touristen in der Türkei gab, stieg diese Zahl 2011 bisher auf 1,4 Millionen (Touristenführer mit Arabisch-Kenntnissen werden dringend gesucht – mehr hier).

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