EURO 2012: Türkischer Schiedsrichter pfeift Ukraine gegen Schweden

Die EURO 2012 ist mittlerweile in vollem Gange und mit Mesut Özil hat bereits ein türkischstämmiger Profi das Turnier-Parkett betreten. Während des Spiels Schweden gegen Gastgeber Ukraine kommt nun endlich ein weiterer Türke zum Einsatz: Schiedsrichter Cüneyt Çakır.

Bereits 16 Jahre ist es her, dass ein türkischer Schiedsrichter zuletzt bei einer Fußballmeisterschaft das Sagen hatte. Jetzt ist es dem türkischen Fußball-Verband (TFF) gelungen, wenn auch keine Mannschaft (Mesut Özil wurde von Trainer Jogi Löw vor dem Spiel noch einmal gepusht – mehr hier), so doch zumindest den aus Istanbul stammenden FIFA-Schiedsrichter Cüneyt Çakır in Kreise der insgesamt zwölf Kollegen der EURO 2012 zu platzieren.

Çakırs Leistungen in den vergangenen Monaten haben überzeugt. Jetzt gilt es für den Weltklasse-Referee sprichtwörtlich „am Ball“ zu bleiben. Sein weithin bekannter Stil, der ihn schonungslos und autoritär auftreten lässt, dürfte ihm auch während des internationalen Turniers zupass kommen. Nicht selten wird er in seiner Heimat genau wegen dieser Null-Toleranz zu berüchtigten Derbys zwischen Besiktas, Fenerbahce und Galatasaray gerufen. Daneben piff er unter anderem das Champions-League-Spiel zwischen dem FC Villarreal und dem deutschen Rekordmeister Bayern München (0:2).

Çakır hat sich Verstärkung aus der Heimat mitgebracht

An diesem Montagabend wird es für Çakır, übrigens der jüngste Schiedsrichter dieser EM, ernst. Er pfeift mit dem Gruppenspiel Schweden gegen Gastgeberland Ukraine in der Hauptstadt Kiew seinen ersten EM-Einsatz. Doch in der Partie der Vorrundengruppe D ist der 35-Jährige nicht allein: Der Top-Schiedsrichter der türkischen SüperLig hat sich mit seinem Supporting-Team bestehend aus Bahattin Duran, Tarik Ongun, Mustafa Eyisoy, Huseyin Gocek und Bulent Yildirim Verstärkung aus der Heimat mitgebracht.

Ausgetragen wird die Begegnung übrigens in beeindruckender Kulisse. Der riesige Olimpiyski National Sports Complex fasst weit mehr als 83.000 Fußballfans und ist damit das größte Stadion, das diese Fußballeuropameisterschaft zu bieten hat. Der hieraus entstehende Druck auf den eigentlich als Versicherungsmakler tätigen Referee, der sich seit 2001 auf dem Fußballplatz empfiehlt und vielen Fans noch aus dem Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden am 15. November 2011 in Erinnerung ist, ist nicht zu verachten. Überzeugt er auch hier, kann sich Çakır, der bereits bei der unvergesslichen FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011 zum Einsatz kam, jedoch für weitere Spiele empfehlen (Deutschlands Fußballfans schielen derweil schon auf den Titel – mehr hier).

Çakır sieht viel Potential für türkische Schiedsrichter

Dass sich alle Augen an diesem Montagabend nicht nur auf die Spieler, sondern vor allem auch auf ihn richten, ist ihm übrigens wohl bewusst: „Wir wissen, dass das türkische Volk und die Sport-Community für uns betet“, sagte er kürzlich während des UEFA-Trainingslagers für das Turnier. „Wir werden unser Bestes tun. Aber das ist noch nicht das Ende. Wir stehen erst am Beginn eines Weges. Für die türkischen Schiedsrichter gibt es noch jede Menge zu tun.“ Hier jedenfalls könne er viel von seinen europäischen Kollegen lernen – und sie wiederum auch vom türkischen Team.

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