Dänische Energiewende: „Wir brauchen die Hilfe der Türkei“

Erneuerbare Energien sollen in Dänemark ab 2050 den gesamten Bedarf des Landes decken. Dieses Vorhaben könnte allerdings an den finanziellen Mitteln scheitern. Das Energieministerium ist nun international auf der Suche nach Investoren und hat die Türkei als potenziellen Geldgeber ins Auge gefasst.

„Wir haben den ambitioniertesten Energieplan in Europa zusammengestellt. Allein können wir diesen allerdings nicht auf die Beine stellen. Wir benötigen außerdem die Hilfe anderer Länder, darunter die Türkei“, erklärte der dänische Klima- und Energieminister Martin Lidegaard.

Kein anderes Land in Europa habe die Umstellung auf Erneuerbare Energien so detailliert geplant wie Dänemark. Kürzlich einigte sich das dänische Parlament, dass bis 2020 Erneuerbare Energien 35 Prozent des Bedarfs decken sollen. Windenergie soll bis dahin 50 Prozent des Strombedarfs ausmachen. Ab 2050 soll dann der gesamte Energiebedarf mit Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Im vergangenen Jahr lag der Anteil von Windenergie in der Stromproduktion zwischen 24 und 28,2 Prozent. Damit liegt Dänemark in Europa ganz weit vorn.

Türkei verfolgt gegenteilige Ziele Dänemarks

In Anbetracht dieser Pläne ist nun allerdings klar, dass die dänischen Mittel allein nicht reichen. Ausländische Investoren müssen Unterstützung leisten. Um diese zu finden, appellierte der Lidegaard in Anwesenheit türkischer Journalisten bei einer Pressekonferenz in Kopenhagen an türkische Unternehmen, aktiv zu werden. Die Türkei verfolgt im eigenen Land allerdings ganz andere Pläne. Um kurzfristig Importe zu senken wird auf Atomenergie gesetzt (hier).

Konkret seien Investitionen von mindestens 600 Millionen Dollar notwendig. Langfristig zahle sich die Energiewende jedoch auf jeden Fall aus. Das Energieministerium rechnet mit der Einsparung von einer Milliarde Dollar an Ölimporten (die Energiepreise in der Türkei sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen – mehr hier).

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