Ölüdeniz: Mehr als 200 Nachbeben erschüttern Urlaubsgebiet

Nach dem Erdbeben der Stärke 6 in der Südost-Ägäis am vergangenen Sonntag kommen die Menschen in einem der beliebtesten türkischen Urlaubsgebiete rund um Ölüdeniz auch am Montag nicht zur Ruhe. Unzählige Nachbeben erschüttern die Region. Mittlerweile wurden Freiwillige sowie Such-und Rettungsteams in die Gegend geschickt, falls noch schlimmere Erdstöße kommen sollten.

Erstmals bebte die Erde am gestrigen Sonntagnachmittag gegen 15.44 Uhr Ortszeit. Zu spüren waren die Bewegungen sowohl in der Provinz Muğla als auch in der gesamten umliegenden Ägäis und Mittelmeer-Region. Zunächst wurden keine Schäden oder Opfer gemeldet. Doch unter den Menschen, die panisch aus ihren Häusern rannten, gab es zahlreiche Verletzte. Allein in der türkischen Küstenstadt Fethiye mussten sich mehr als 50 Menschen in Krankenhäusern behandeln lassen. Außerdem wurden nach dem Beben mehrere Strände evakuiert (die blaue Lagune gehört zu den schönsten Stränden der Türkei – mehr hier).

In einer Erklärung der türkischen Katastrophenschutzbehörde (AFAD) von diesem Montag heißt es, dass es in den ersten 18 Stunden nach dem Hauptbeben in Muğla 203 Nachbeben mit einer Stärke zwischen 1.7 und 5.0 gegeben hätte.

Fethiye: Rettungsteams sind in Alarmbereitschaft

Mittlerweile seien Freiwillige aus den benachbarten Provinzen wie Izmir und Afyonkarahisar sowie Such-und Rettungsteams entsandt, falls es zu noch stärkeren Beben kommen sollte. Neben der benötigten Manpower wurden von der Logistik Generaldirektion in İzmir auch Versorgungsgüter in die Erdbebenregion in Fethiye gebracht, darunter 50Zelte, 200 Decken und 90 Betten. Dort werden die Hilfsgüter von der hiesigen Kızılay-Zentrale (Türkischer Roter Halbmond) in Empfang genommen.

Kemalettin Güngör, veranwortlich für die Koordination der Rettungsarbeiten, erklärte, dass er mit einem 20 Mann starken Rettungsteam nach Fethiye gekommen sei. „Wir werden heute warten. Wir sind in Alarmbereitschaft. Wir hoffen, das wir keine neue Katastrophe haben werden.“ Nach Einschätzung des Geophysikers, Professor Ahmet Mete Işıkara, hätte das Beben von Muğla, wenn es nicht so tief, sondern weiter an der Oberfläche gewesen wäre, die gleichen Ausmaße wie das verheerende Beben von Marmara im Jahr 1999 haben können. Das Beben kostete damals mehr als 16.000 Menschen das Leben. Weiterhin zeigte sich Işıkara besorgt darüber, wie groß nach wie vor die Unwissenheit innerhalb der Bevölkerung sei, wie sich bei einem Erdbeben zu verhalten sei. „Die Leute sind aus dem Fenster gesprungen. Wenn sie gewisse Kenntnisse über Erdbeben hätten, würden sie das auch nicht tun.“

Erdbeben in Muğla wurde erwartet

Wie der Privatdozent Oğuz Gündoğdu informiert, sei das Beben von Muğla sogar erwartet worden. Daran sei nichts Ungewöhnliches gewesen. Ohnehin sind Erdbeben in der Türkei auf Grund seiner besonderen tektonischen Lage nahezu an der Tagesordnung. Besonder schwer traf es Van im vergangenen Winter. Bei den zwei Beben am 21. Oktober und 9. November wurden mindestens 650 Menschen getötet und Tausende obdachlos (die Opposition bezichtigte die Regierung sogar des Mordes – mehr hier).

http://www.youtube.com/watch?v=4o9SXkwTP_k

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