Israelischer Minister fordert Anerkennung des Armenischen Genozids

Es sei an der Zeit, dass Israel den Völkermord an den Armeniern offiziell anerkenne, erklärte Gilad Erdan. Doch das Parlament ist sich in dieser Frage nicht einig. Allein der Mavi-Marmara-Vorfall belastet die israelisch-türkischen Beziehungen noch immer. Das Außenministerium will eine politische Debatte der Armenienfrage nun verhindern.

Das israelische Parlament debattierte am Dienstag darüber, ob der Armenische Genozid auch in Israel offiziell anerkannt werden solle (in Frankreich ist das Vorhaben, die Leugnung unter Strafe zu stelle vorerst gescheitert – mehr hier).

Der israelische Umweltminister Gilad Erdan bekannte sich zu einer Anerkennung: „Ich denke, es ist definitiv angebracht, dass die israelische Regierung den Holocaust, der an den Armeniern begangen wurde, offiziell anerkennt“, erklärte er. Es müssten Daten und Fakten zu den Vorkommnissen im Ersten Weltkrieg gesammelt und ausgewertet werden, forderte er weiter.

Das Außenministerium will derweil eine politische Debatte verhindern. Die offizielle Sicht Israels auf die Tötung von Armeniern „muss von Historiken entschieden werden und nicht Gegenstand politischer Überlegungen werden“, sagte Yigal Palmor, Sprecher des Ministeriums.

Bislang hatte Israel einen solchen Schritt immer vermieden, um die ohnehin angespannte Beziehung zur Türkei nicht zu strapazieren. Die Stürmung der Gaza-Hilfsflotte Mavi-Marmara im Mai 2010 sorgt noch immer für Spannungen (mehr hier).

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