Versorgung türkischer Schulkinder: Folgt der Schulmilch jetzt der Schulsaft?

Erst vor wenigen Wochen sorgten Hunderte Krankheitsfälle nach dem Genuss von kostenlos verteilter Schulmilch in der Türkei für Aufsehen. Unregelmäßigkeiten, so wurde schnell festgestellt, wies das Produkt nicht auf. Jetzt soll die Regierung, zumindest wenn es nach dem Willen der Generalsekretärin des Türkischen Fruchtsaftindustrie-Verbandes (MEYED), Ebru Akdağ, geht, eine weitere Kampagne anstoßen und künftig auch Fruchtsäfte an türkische Schüler verteilen.

Nach Angaben von MEYED liegt der durchschnittliche Fruchtsaftkonsum der Türken pro Jahr bei etwa neun Litern, der von Milch hingegen bei 26 Litern. Eine Zahl, die Akdağ Anlass zur Sorge gibt. Immerhin würde die Türkei in Sachen Fruchtsaftkonsum nicht nur hinter der Europäischen Union, sondern auch hinter anderen entwickelten Märkten hinterher hinken. Und dass, obwohl der Genuss von Obst, Gemüse und Fruchtsaft der Gesundheit sehr zuträglich sei.

Türkische Regierung vernachlässigt Obstbauern

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte eine durchschnittliche Person fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag verzehren, so Akdağ weiter. Ihr zufolge entspricht ein Glas mit 100-prozentigem Fruchtsaft einer Portion Obst. Wie die Generalsekretärin moniert, gäbe es für die Regierung derzeit keine Anreize für die Herstellung von Fruchtsaft, wie es sie in anderen Sektoren gäbe. Zwar gäbe es Fördergelder für Obstbauern. Doch diese lägen ebenfalls weit hinter denen, die etwa in der Viehzucht fließen würden (Forderungen nach einem bewussteren Einkauf türkischer Verbraucher wurden bereits laut – mehr hier).

Laut Angaben des Türkischen Statistischen Institute (TÜİK) lag der Milchkonsum der Türkei im vergangenen April bei 727,499 Tonnen. Dies war ein Anstieg um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im April 2011 waren es übrigens  646,642 Tonnen. Unlängst hat die türkische Regierung damit begonnen, kostenlos Milch an den Schulen des Landes zu verteilen (nachdem Hunderte Schüler ins Krankenhaus gebracht wurden, wurde spekuliert, ob es sich um eine Vergiftung oder Laktoseintoleranz handelt – mehr hier). MEYED verlangt nun dasselbe.

Mehr zum Thema:

Happy Holidays: 17 Millionen türkische Schulkinder starten in die großen Ferien
Türkische Ministerien testen Schulmilch: Keine Unregelmäßigkeiten entdeckt
Vergiftung durch Milch: Türkische Hacker attackieren Firmen-Webseiten

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.