Schluss mit den Protesten: Atatürk Flughafen Sicherheit greift durch

Die Sicherheitskommission des Istanbuler Atatürk Flughafens sowie der stellvertretende Gouverneur der Stadt haben alle Arbeiterproteste auf dem Flughafengelände untersagt. Nach der Entlassung von mehr als 300 Turkish Airlines-Mitarbeitern hatten Mitglieder der türkischen Luftverkehrsgewerkschaft Hava-İş einen unbefristeten Ausstand angekündigt.

Die Kommission, die ihre Entscheidung im Rahmen ihrer monatlichen Zusammenkunft fällte, kündigte an, dass die Behörden den noch immer andauernden Protesten am Istanbuler Atatürk Flughafen nun ein Ende bereiten würden. Die Proteste wurden von der Luftverkehrsgewerkschaft ausgerufen, nachdem mehr als 300 Mitarbeiter in Folge eines Streiks am 29. und 30. Mai gefeuert hatte (angekündigt wurden tägliche Streiks zwischen 6.00 und 11.00 Uhr – mehr hier).

Atatürk Flughafen: Keine Details zur Durchsetzung des Verbots

Die betroffenen Mitarbeiter, die sich mit ihrer Aktion gegen ein geplantes Streik- und Lockoutverbot in der Luftfahrtindustrie zur Wehr setzen wollten, war via SMS oder Email gekündigt worden (die Turkish Airlines Mitarbeiter solche SMS oder Emails – mehr hier). Geholfen hatte es am Ende nichts. Der entsprechende Gesetzesentwurf passierte das türkische Parlament und wurde nach der Absegnung durch Präsident Abdullah Gül am 3. Juni im Amtsblatt veröffentlicht. Wie das nun ausgesprochene Verbot durchgesetzt und welche Konsequenzen den bisher beteiligten Mitarbeitern drohen, darüber gibt es derzeit noch keine Angaben.

“Unsere Aktion ist legal, aber unsere Kollegen wurden auf einem illegalen Weg entlassen. Sie wurden per SMS informiert. Wir werden bis zum Ende für ihre Rechte kämpfen”, zitiert die Nachrichtenagentur Doğan Präsident Atilay Ayçin am 1. Juni im Zuge der Ankündigung weiterer Streiks. Gegen die Fluggesellschaft, so erklärte er damals weiter, seien mittlerweile sogar Strafanzeigen eingereicht worden.

Streik kostete Turkish Airlines rund zwei Millionen Dollar

Turkish Airlines sieht die Sache allerdings ganz anders: Das entlassene Personal werde natürlich auch noch offiziell über ihr Ausscheiden informiert, zitierte die türkische Zeitung “Radikal” den Turkish Airlines Pressesprecher Ali Genç. Kurzmitteilungen und E-Mails seien nur warnende Hinweise und würden keine formale Kündigung eines Arbeitsvertrages darstellen. Er wies wiederum darauf hin, dass allein am ersten Streiktag 154 Flüge, am zweiten noch einmal 69 Flüge gestrichen werden mussten (darauf hin entstand am Atatürk Flughafen ein regelrechtes Chaos – mehr hier). Insgesamt hätte der Streik rund zwei Millionen US-Dollar Verluste verursacht (dass die Entlassenen ihre Posten zurückerhalten, ist nicht zu erwarten – mehr hier).

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