Neue Ära: Erste türkische Münzen ohne Atatürk im Umlauf

Die türkische Münzprägeanstalt hat erstmals eine Münze ohne das Antlitz von Mustafa Kemal Atatürk auf beiden Seiten des Zahlungsmittels ausgegeben. Nicht bei allen stößt die neue Münze auf Gegenliebe.

Aktuell, so berichten die türkischen Medien, würden sich gut eine Million dieser neuen Münz-Exemplare im Umlauf befinden. Eigentlich wurden sie als Souvenir zur am vergangenen Donnerstag in Istanbul zu Ende gegangenen zehnten Türkisch-Olympiade geprägt. Einer Veranstaltung, zu der alljährlich mehr als 1000 Kinder aus über 130 Nationen in die Türkei reisen, um zu zeigen, wie fit sie in der türkischen Sprache sind (das diesjährige Spektakel verfolgten mehr als 50.000 Menschen in der Türk Telekom Arena – mehr hier).

Diskreditiert der türkische Staat Mustafa Kemal Atatürk?

Mittlerweile hat der Einsatz der Münzen jedoch eine öffentliche Debatte heraufbeschworen. Denn nicht bei allen kommt die Prägung ohne Mustafa Kemal Atatürk gut an. Die Gegner der Münze sind der Ansicht, dass diese Teil einer gezielten staatlichen Propaganda sei, die den Gründer der modernen Türkei diskreditieren solle. „Es ist inakzeptabel, dass diese Münzen, die angeblich als Souvenirs hergestellt wurden, nun verwendet werden“, so ein anonymer Diskutant gegenüber der „Cumhuriyet“ (erst kürzlich wurde eine riesige Atatürk-Statue eingeweiht – mehr hier).

Dabei könnte etwas Abwechslung gar nicht schaden. Denn die Zahlungsmittel in der Türkei sind in der Tat geradezu „eintönig“ gestaltet. So befinden sich auf der Vorderseite der Geldscheine und auf der Rückseite der Münzen jeweils Porträts des türkischen Staatsgründers. Wenn auch Abbildungen aus verschiedenen Lebensphasen Atatürks stammen. Auf den Rückseiten der Geldscheine sind verschiedene Kultur- und Naturdenkmäler abgebildet.

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