Olympia 2020: Istanbuls Chancen sind so groß wie nie

Beim fünften Anlauf muss es endlich klappen. Dieser Ansicht ist zumindet Uğur Erdener, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Türkei (TMOK), wenn es um die Olympischen Spiele 2020 geht. Istanbuls Chancen, davon ist er überzeugt, sind diesmal so groß wie nie. An Unterstützung mangele es jedenfalls nicht.

Die Hoffnungen in der Türkei sind groß, dass das Olympische Feuer schon in wenigen Jahren auf seinen Weg zum Bosporus geschickt wird. (Foto: Singapore 2010 Youth Olympic Games/flickr)

Die Hoffnungen in der Türkei sind groß, dass das Olympische Feuer schon in wenigen Jahren auf seinen Weg zum Bosporus geschickt wird. (Foto: Singapore 2010 Youth Olympic Games/flickr)

Der Vorsitzende des Türkischen Nationalen Olympischen Komitees (TMOK) Ugur Erdener glaubt, dass Istanbul “eine größere Chance als je zuvor” für die Spiele 2020 habe. Gleichzeitig unterstrich er aber auch die Bedeutung der politischen Unterstützung für diese Kandidatur (die Bewerbung erfolgte im August 2011 – mehr hier).

Im Interview mit der türkischen Zeitung “Hürriyet” stellte Erdener heraus, dass sich Istanbul nach vier gescheiterten Anläufen nun besonders ins Zeug legen werde, um das Ziel Olympia zu erreichen. Einen Teilerfolg hat die Millionenstadt bereits erringen können. Erst im vergangenen Monat wurde bekannt, dass die City am Bosporus mittlerweile zu den Top-Favoriten gehört und nun nur noch mit Tokio und Madrid konkurrieren muss, nachdem Doha und Baku ausgeschieden sind. Noch ist allerdings alles offen. Erst am 7. September 2013 fällt die endgültige Entscheidung, wer die wohl wichtigsten Wettkämpfe der Welt im Jahr 2020 austragen darf (Streitpunkt ist zudem die EM 2020 – mehr hier).

Olympia 2020: Türkei ist wirtschaftlich und politisch stabil

Mit Blick auf Istanbuls Mitstreiter glaubt Erdener jedoch an signifikante Vorteile der türkischen Metropole. Immerhin habe man es nach den Bemühungen um die Spiele 2000, 2004, 2008 und 2012 diesmal bis in die Endrunde geschafft. Er ist überzeugt: “Wir haben ein solides Projekt.” Und das auf breiter Basis: Denn, so der Vorsitzende weiter, hätte vor allem die wirtschaftliche und politische Situation des Landes eine große Rolle bei der Ausschreibung gespielt und gerade hier lägen auch die Stärken der Türkei. “Politische und ökonomische Beständigkeit gehören hier zu den Schlüsselfaktoren genauso wie der Umstand einen charismatischen Mann an der Spitze zu haben”, erklärt Erdener weiter.

Falls Istanbul den Zuschlag erhalte, fügt der TMOK-Vorsitzende an, würde das die Stadt dramatisch verändern und ihr ein dauerhaftes Vermächtnis hinterlassen. “Man muss nur einen Blick auf Athen vor und nach 2004 werfen oder Barcelona vor und nach 1992 oder Bejing, um zu beobachten wie die Olympischen Spiele Städte verändern”, so Erdener. “Die Spiele auszutragen würde der Stadt wichtige Veränderungen bringen –  vom Transport bis hin zur ökologischen Entwicklung oder der Unterkunftssituation – Ergebnisse, die weit über den Sport hinausgehen.”

Bis 2020 will Istanbul 95.000 Hotelbetten haben

In der Tat wäre bereits der Zustrom während der Spiele enorm: Da wären zum Beispiel 6.000 Athleten, 4.000 technische Mitarbeiter und 20.000 Journalisten sowie 70.000 Freiwillige, um nur ein paar Eckzahlen zu nennen. Von den Zuschauer mal ganz abgesehen. Ob Istanbul damit fertig wird? Auch hier ist Erdener zuversichtlich: “Uns wurde gesagt, dass Istanbul bis 2020 eine Kapazität von 95.000 Hotelbetten haben wird.”

Doch abgesehen von allen Anstrengungen der Stadt, Olympia 2020 in die Türkei zu holen, gibt es eine Sache, die hier von unschätzbarem Wert sei: Die Unterstützung der hiesigen Bevölkerung. Und diese sei, so Erdener weiter, gigantisch. Mehr als 80 Prozent der Türken wollen die Spiele in Istanbul. Eine Zustimmung, die weitaus höher sei als sie in Japan oder Spanien der Fall sei.

Ähnlich optimistische Äußerungen sind übrigens nicht neu. Bereits im Sommer 2011 bließ Klaus Schormann, seit 1993 Weltpräsident des Dachverbands aller nationalen Sportverbände (UIPM) und Mitglied der IOC-Kulturkommission, ins gleiche Horn. Auch er erachtet die Chancen für Istanbul als so groß wie nie. Seiner Meinung nach habe die Millionenmetropole eine deutliche Botschaft vermittelt, in der sie ihren absoluten Willen gezeigt habe, Austragungsort für die Spiele zu sein (Probleme wie Verkehr und Unterkünfte und Sicherheit seien angegangen worden – mehr hier).

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