Wegen Verspätung: Passagiere klatschen türkischen Minister aus dem Flugzeug

Da hat sich der türkische Innenminister İdris Naim aber ordentlich verrechnet. Die Passagiere einer Maschine in der Schwarzmeer-Provinz Trabzon dulden keine Avancen - auch nicht bei einem hochrangigen Regierungsmitglied. Statt ihn nach reichlicher Verspätung freundlich in den Sitzreihen zu empfangen, sah sich der Minister am Ende gezwungen, die Maschine wieder zu verlassen.

So nicht, haben sich die Insassen eines Fluges, der in Richtung Ankara gehen sollte, offenbar gedacht als sie einen Blick auf ihre Uhren warfen. 20 Minuten lang warteten sie auf den letzten noch fehlenden Passagier: Innenminister İdris Naim Şahin. Eigentlich sollte es um 20.45 Uhr gen Hauptstadt gehen. Doch erst um 21.05 Uhr war „man“ endlich vollständig.

Die Fluggäste quittierten das viel zu späte Erscheinen des Ministers allerdings nicht mit Stillschweigen oder lauten Buhrufen. Nein, sie wählten einen viel subtileren Weg, der Şahin zunächst sogar in Sicherheit wiegte: Sie begannen zu klatschen. Und dieser fiel prompt darauf herein und dachte, die Passagiere würden ihm nun auch noch zujubeln. Er dankte und winkte ihnen zu. Nicht ahnend, dass sich hier gerade das Gegenteil von Freude abspielte.

Turkish Airlines nimmt İdris Naim Şahin in Schutz

Schließlich bemerkte er die Stimmung unter den Passagieren aber doch. Das Pfeifen und Klatschen hielt an und Şahin sah sich gezwungen, das Flugzeug wieder zu verlassen. Der Innenminister, so heißt es in den türkischen Medien, hätte darauf hin eine andere Maschine genommen.

Turkish Airlines nimmt ihn derweil übrigens in Schutz: Von dieser Seite heißt es, dass der Innenminister keine Schuld an der Verspätung gehabt hätte, sondern die Verzögerung auf Grund einiger operativer Fragen zustande gekommen sei (Protestieren ist am Atatürk Flughafen in Istanbul übrigens untersagt – mehr hier).

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