Pharmaindustrie: Türkei will Selbstversorger werden

Der Großteil der Arzneimittel in der Türkei kommt aus dem Ausland. Es werden Milliarden in den Import gesteckt. Mit eigenen großen Pharmaunternehmen soll dass bald ein Ende haben.

Die Türkei hat im Bereich der Pharmaindustrie noch einiges aufzuholen. Während das Land Arzneimittel im Wert von sieben Milliarden importiert, exportiert es lediglich im Wert von 460 Millionen Dollar. Ein neues Projekt soll das nun ändern. Das Oak Capital Ventures, ein Kapitalunternehmen aus Boston, will dafür sorgen, dass die Türkei nicht nur den eigenen Bedarf an Pharmazeutika selbst decken kann, sondern das eigentliche Ziel ist, die Türkei zu einem globalen Player in der Pharmaindustrie zu machen (ausländische Investoren gibt es schon einige – mehr hier).

Kemal Oğuz Kalafat, Mitbegründer von Oak Capital erklärt: „Viele Länder sind Selbstversorger in der Pharmaindustrie geworden indem sie Capital Firmen gegründet haben.“ Die Türkei könne mir derselben Methode erfolgreich sein. Die drei führenden türkischen Pharmahersteller hätten dem Vorhaben bereits ihr Vertrauen geschenkt und „wollen teilnehmen“. Mit der Regierung seien bereits Vorbereitungen getroffen worden (gerade das so sehr kritisierte Leistungsbilanzdefizit könnte durch das Projekt verringert werden – mehr hier).

Japan, Südkorea, Israel, die Tschechische Republik sowie Irland seien in den 90ern im Pharma-Bereich auf dem selben Stand der heutigen Türkei gewesen. Heute gibt es in den Ländern große Pharmaunternehmen. Entscheidend für den Fortschritt in dieses Ländern sei die Unterstützung der Regierung gewesen, erklärt Kalafat der Tageszeitung Zaman. Nun können diese Firmen mit anderen aus den USA und Europa konkurrieren.

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