Friedrich über rassistische Hetze: „Der Fall Özil zeigt nur die Spitze des Eisbergs“

Mesut Özil hat sich als Ausnahmetalent in die Herzen aller Bevölkerungsgruppen in Deutschland gespielt. Auf Twitter wurde der Nationalspieler aufs übelste beleidigt. Innenminister Friedrich verurteilt die Hetze als „widerwärtig“.

„Rassismus darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Wir alle müssen uns diesen Auswüchsen mit aller Kraft entgegenstellen“, erklärte Innenminister Friedrich der Neuen Osnabrücker Zeitung in Bezug auf die Internethetzte gegen den deutschen Nationalspieler Mesut Özil. Über einen Fake-Account wurde Özil bei Twitter rassistisch beleidigt, woraufhin er Strafanzeige stellte (mehr hier).

Im Internet wurde Nationalspieler Mesut Özil beschimpft. Innenminister Friedrich findet den Vorfall "widerwärtig". (Foto:flickr/ Saadick Dhansay)

Im Internet wurde Nationalspieler Mesut Özil beschimpft. Innenminister Friedrich findet den Vorfall "widerwärtig". (Foto:flickr/ Saadick Dhansay)

Die rassistischen Zurufe der Fans bei der EM vor allem gegenüber farbigen Spielern findet er abstoßend: „Diese Typen muss man isolieren und ihre hirnlosen Aktionen entlarven“. Beleidigungen wie im Fall Özil seien keine Seltenheit, so Friedrich. „Der Fall Özil zeigt nur die Spitze des Eisbergs“, glaubt er. Im Internet finde eine Verwahrlosung der Umgangsformen statt, die „erschreckend“ sei. Allein an „schlechten Umgangsformen“ wird das allerdings nicht gelegen haben. Vielmehr bietet die Anonymität des Internets die Möglichkeit, dass die wahre Meinung geäußert werden kann. Somit kann auch nicht ein Appell an die gute Erziehung eine Lösung bieten, sondern allein eine konsequente strafrechtliche Verfolgung und eine klare politische Positionierung.

Auf klare Worte der deutschen Politik haben viele Bürger in Deutschland lange gewartet. In den vergangenen Wochen und Monaten befasste sich das Innenministerium vor allem mit Fundamentalisten und Vereins-Verboten für Salafisten (hier). Immer öfter wurde der Wunsch vernommen, genauso klare Maßnahmen im Falle der Rechtsradikalen zu ergreifen.

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