Waffen für die syrische Opposition: Operiert die CIA von der Türkei aus?

Eine Gruppe von CIA-Offizieren ist offenbar seit Wochen im Süden der Türkei aktiv, um bei der Entscheidung zu helfen, welche syrischen Oppositionellen im Kampf gegen die Regierung mit Waffen ausgestattet werden. Die Türkei hingegen will offiziell nichts mit Waffenlieferungen an Syrien zu tun haben.

In einem Bericht von Eric Schmitt in der „New York Times“ vom vergangenen Donnerstag heißt es unter Berufung auf US-Beamte und arabische Geheimdienstoffiziere, dass die Waffen, darunter Maschinenpistolen, Granaten, Munition und einige Panzerfäuste meist über die Türkei nach Syrien geschleust würden. Zugange sei hier ein verstecktes Netzwerk von Mittelsmännern, darunter auch aus der syrischen Muslimbruderschaft. Diese Waffen seien von der Türkei, Saudi-Arabien und Katar bezahlt worden. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama beteuere, selbst keine Waffen an die Aufständischen zu liefern, habe aber anerkannt, dass die Nachbarländer Syriens dies sehr wohl tun würden.

Das US-amerikanische Blatt zitiert in seinem Beitrag auch syrische Aktivisten, die angaben, dass Fahrzeuge der türkischen Armee im letzten Monat Panzerfäuste an die Grenze geliefert und diese dann nach Syrien geschmuggelt worden seien. Die Vereinigten Staaten, seien über diese Waffentransfers unterrichtet gewesen.

Mit der Geheimoperation der CIA solle verhindern, dass die Waffen in die Hände von Terroristen etwa in die von Al Qaida fallen könnten. Zudem wolle man auf diesem Weg mehr über das wachsende Oppositionsnetzwerk in Syrien erfahren und neue Verbindungen knüpfen. Derzeit soll die Regierung von Barack Obama sogar darüber nachdenken, die Hilfe für die syrischen Rebellen auszuweiten. Schmitt zitiert einen arabischen Geheimdienstler, der erklärt: „CIA-Offiziere sind da, sie wollen neue Gewährsleute finden und rekrutieren Leute.“ Auch weitergehende Unterstützung, zum Beispiel beim Aufbau eines Nachrichtensenders, seien demnach denkbar. Konkrete Entscheidungen hierüber gäbe es bisher allerdings nicht.

Türkei verneint: Wir unterstützen Opposition nicht mit Waffen

Von türkischer Seite werden die Behauptungen des Berichts allerdings verneint. Wie ein türkischer Offizieller anonym gegenüber der Zeitung „Zaman“ erklärte, würde die Türkei die syrische Opposition nicht mit Waffen unterstützen. Die syrische Opposition beziehe, so schreibt das türkische Medium, ihre Waffen angeblich direkt von Überläufern aus der syrischen Armee, die heute einen erheblichen Teil der Oppositionskämpfer ausmachen. Auch von sunnitischen Stämmen im irakischen, syrischen jordanische und libanesische Grenzgebiet wird angenommen, dass sie die Opposition mit Waffen versorgen (derweil strömen die Flüchtlinge in Scharen in Richtung Türkei – mehr hier). Deutliche Worte fand an diesem Freitag auch Ministeriumssprecher Selcuk Ünal, der erklärte: „Die Türkei liefert keine Waffen an irgendein Nachbarland, auch nicht an Syrien.“

Der Kampf in Syrien habe, so schreibt die „New York Times“ weiter, jedoch das Potenzial, in den kommenden Monate eine erhebliche Verschärfung zu erfahren. Sowohl die syrische Regierung als auch die Oppositionskämpfer verfügen mittlerweile über mächtige, neue Waffen. Die US-Regierung, so heißt es, versuche derweil Russland, seinen wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten, unter Druck zu setzen, die Waffenlieferungen, zum Beispiel von Kampfhubschraubern nach Syrien, einzudämmen.

Nach Angaben der UN sind mittlerweile rund 10.000 Menschen durch Niederschlagungen syrischer Truppen ums Leben gekommen. Die Opposition spricht von 14.000 Toten seit Ausbruch der Unruhen im März vergangenen Jahres (das jüngste Massaker in Hula wurde auch vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen scharf verurteilt – mehr hier). Derzeit halten sich 32,750 syrische Flüchtlinge in der Türkei auf. Auch zwölf syrischen Generälen, die aus der Armee dessertierten, gewährt die Türkei Unterschlupf.

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