First Lady Hayrunisa Gül: So waren ihre ersten Tage im Çankaya Palast

Immer lächeln, stets die Haltung bewahren: Der türkischen First Lady Hayrunisa Gül geht es da wie vielen anderen Frauen an der Seite bekannter Staatsmänner. Sie gewährt nun einen Blick hinter die Kulissen. In einem Interview über ihr neues Buch gibt sie Aufschluss über die schwierige erste Zeit im Çankaya Palast.

Einfach, so erinnert sich First Lady Hayrunisa Gül zurück, war es nicht. So erzählt sie etwa davon, dass es ihr nicht gestattet war, die Tür zu benutzen, die während der Empfangszeremonien verwendet wurde, weil sie ein Kopftuch trage.

„Der Palast hat viele verschiedene Türen. Offizielle Zeremonien und Empfänge werden an der ‚A‘-Tür abgehalten. Wenn ein ausländischer Präsident in Begleitung seiner Gattin kommt, dann werden sie auch vom türkischen Präsidenten und seiner Ehefrau begrüßt. Es war zumindest so, bis wir kamen.“ Sie selbst sei daran gehindert worden, gemeinsam mit ihrem Mann Gäste an dieser so genannten „A“-Tür willkommen zu heißen. Dorthin seien sie nur für ein Foto nach der Begrüßung an der „C“-Türe, die sich hinter der „A“-Tür befindet, gegangen (konsequent verhielt sich der türkische Premier, der vier Jahre lang eine Militärakademie boykottierte, nachdem seiner Frau der Zutritt verwehrt wurde – mehr hier).

Für Hayrunisa Gül verknüpft sich die „C“-Türe daher mit einer ganz eindeutigen Assoziation. Sie bezeichnet sie als „Tür der Bestrafung“ (der türkische Botschafter in den USA betonte erst kürzlich, dass türkische Frauen keine Bürger zweiter Klasse seien – mehr hier). „Es war eine Beleidigung, nicht nur für mich, sondern auch für alle Frauen in der Türkei“, sagte die First Lady. „Gott sei Dank gehören diese Zeiten nun der Vergangenheit an, aber ich gestehe, es war nicht einfach.“

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