Jet-Abschuss: Türkei will „notwendige Schritte“ einleiten

Die ersten Meldungen, dass Syrien für den Abschuss des türkischen Jets verantwortlich sei, stellten sich nun als wahr heraus. Die türkische Regierung bestätigte dies und will nun über eine angemessene Antwort nachdenken. Doch eine Eskalation in Form einer militärischen Intervention ist derzeit nicht zu erwarten. Die Türkei ist sich bewusst, dass Assads Sturz nur noch eine Frage der Zeit ist.

Nach eingehender Untersuchung türkischer und syrischer Behörden ist nun klar: Der türkische Jet wurde definitiv von Syrien abgeschossen (die ersten Meldungen bestätigten das zwar schon, doch Erdoğan dementierte diese anschließend – mehr hier und hier). Nach den Gefechten an der türkisch-syrischen Grenze handelt es sich hierbei um einen weiteren Übergriff. In einem offiziellen Statement zum Vorfall erklärte Premier Recep Tayyip Erdoğan, die Türkei werde die „notwendigen Schritte einleiten“. Auch Präsident Gül betonte, der Abschuss des Flugzeugs – bei dem es sich nicht um ein Kampflugzeug, wie bisher berichtet, sondern um einen Aufklärer handeln soll – könne nicht „ignoriert“ werden. Es werde nun über eine „angemessene“ Antwort nachgedacht.

Nach syrischer Darstellung sei das Flugzeug des Typs F-4 im Hoheitsgebiet Syriens sehr niedrig geflogen. Gül sagte, das sei allerdings nichts neues und in diesem Gebiet normal. Dass Jets an Grenzregionen vorübergehenden die Grenze überqueren sei kein außerordentlicher Vorfall. Warum Syrien so drastisch reagierte, ist noch nicht geklärt. Zu einer militärischen Intervention durch die Türkei wird es wahrscheinlich trotzdem nicht kommen. In jüngster Zeit hatte nun auch Russland die Bereitschaft gezeigt, sich endgültig von Assad abzuwenden. Eine alleinige türkische Intervention ohne die Unterstützung und ohne Absprache mit der internationalen Gemeinschaft ist deshalb nicht zu erwarten. Außerdem ist die Türkei trotz wiederholter Übergriffe noch nicht in dieser Weise aktiv geworden.

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