Türkischer Geheimdienst: Jet-Abschuss durch Syrien war Absicht

Syrien hat gewusst, dass es einen türkischen Jet abschießt und es hat sich nicht um Notwehr gehandelt - das behaupten türkische Geheimdienstler, die die Gespräche syrischer Behörden vor und nach dem Abschuss aufgezeichnet hatten. Auffällig ist, dass die Behörden zur Benennung des Flugzeugs das türkische Wort "komşu" benutzten.

Aktuelle Informationen des türkischen Geheimdienstes zum Jet-Abschuss von Freitag dürfte zu einer weiteren Zuspitzung des Konflikts mit Syrien führen. Denn anders als Syrien behauptet, soll der türkische Aufklärer absichtlich abgeschossen worden sein und die syrischen Behörden sollen zudem auch gewusst haben, dass es sich um ein türkisches Flugzeug handele. Um Notwehr könne es sich auch nicht gehandelt haben, denn das Flugzeug sei eindeutig als ‚Freund‘ zu erkennen gewesen.

Türkischer Geheimdienst hat Aufnahmen syrischer Gespräche

„Wir haben Aufnahmen von den syrischen Gesprächen davor und danach“, erklärt ein türkischer Geheimdienstler gegenüber den türkischen Medien. Aus diesen Gesprächen vor und nach dem Abschuss gehe hervor, dass die Notwehr-Behauptungen der syrischen Regierung nicht korrekt seien. „Sie nennen unseren Jet ‚komşu‘ (Nachbar). Sie benutzen das türkische Wort und dann nutzen sie das arabische Wort für Flugzeug“, sagt er weiter.

Die syrische Regierung behauptet unterdessen mit Nachdruck, dass man weder um die Herkunft des Flugzeugs noch um seine Absicht unterrichtet gewesen sei. Deshalb habe es sich um Notwehr gehandelt (mehr hier).

Doch das könne nicht sein, sagt eine weitere türkische Quellen. Das IFF-System des Ausklärers sei eingeschaltet gewesen. Mit dieser Freund-Feind-Erkennung kann das Flugzeug identifiziert werden. „Syrische Behörden müssten automatisch gewusst haben, dass es sich um einen türkischen Jet handelt, wenn sie auf ihr Radar-System schauen“, so die Quelle.

Die Türkei berät derweil wie sie auf die Provokation antworten soll (am Sonntag haben sich Erdogan und Davutoglu mit den Generälen zurückgezogen – mehr hier). Am Dienstag wird ein außerordentliches Treffen der NATO-Mitglieder stattfinden, um den Vorfall zu bewerten (mehr hier).

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