Nach dem Jet Abschuss: Syrien attackiert türkisches Rettungsflugzeug

Nach dem Abschuss eines türkischen Aufklärers durch syrische Streitkräfte stehen nun neue, schwere Vorwürfe gegen die Truppen von Bashar al Assad im Raum. So soll neben der Aufklärungsmaschine vom Typ F4 ein zweites Flugzeug attackiert worden sein, das herbeigeeilt war, um den abgestürzten Jet und die beiden Piloten zu suchen.

Wie türkische Medien unter Berufung auf westliche Diplomaten berichten, hätten syrische Streitkräfte auf ein türkisches Such- und Rettungsflugzeug gefeuert, das am Freitag, den 22. Juni, in den syrischen Luftraum geeilt war, um nach dem vermissten türkischen Jet und seinen beiden vermissten Piloten zu suchen.

„Neben dem, was wir in den Medien erfahren haben, wurden wir auch darüber informiert, dass die syrischen Truppen außerdem das Feuer auf ein weiteres türkisches Flugzeug eröffnet hätten, das im Zuge der Such-und Rettungsaktion in die Region geflogen war“, so eine anonyme Quelle gegenüber der türkischen Zeitung „Hürriyet“.

Suchflugzeug machte nach den Schüssen sofort kehrt

Diese Informationen, so heißt es weiter, seien am vergangenen Wochenende bei einem Briefing im Außenministerium unter den Botschaftern und Attachés der Arabischen Liga, der Europäischen Union und der NATO-Staaten verbreitet worden. Unmittelbar nach den ersten Schüssen habe das Such- und Rettungsflugzeug den syrischen Luftraum wieder verlassen. Augenzeugen hatten berichtet, dass ein zweites Flugzeug am vergangenen Freitag den selben Raum über dem Mittelmeer passiert habe. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich dabei um genau jenes Suchflugzeug gehandelt hat.

Die ohnehin bis zum Bersten angespannte Situation zwischen der Türkei und Syrien soll, so berichten die türkischen Medien weiter, zudem durch Unstimmigkeiten im Zuge der Koordination der Such- und Rettungsaktion belastet worden sein. So soll die syrische Seite zwar eine gemeinsame Aktion angeboten, diese jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft haben. Eine dieser Bedingungen soll die Beschlagnahmung des Jets und die Aufnahme der beiden türkischen Piloten gewesen sein. Das wurde von türkischer Seite entschieden abgelehnt. Darauf hin wurde eine eigene Such- und Rettungsaktion angekündigt und erklärt, dass man die Piloten auf keinen Fall in den Händen Syriens lassen werde (mittlerweile wurde das Wrack geortet – mehr hier).

Türkei ließ Luftraumverletzung im letzten Monat 5x zu

Im gleichen Briefing informierte die Türkei die ausländischen Botschafter außerdem darüber, dass syrische Flugzeuge im vergangenen Monat die türkische Grenze gleich fünf Mal verletzt hätten. Diese seien nicht abgefangen worden, weil man die Luftraumverletzung nicht als „feindlich“ gewertet hätte (am vergangenen Sonntag bezeichnete die Türkei das Vorgehen Syriens als „feindseligen Akt“ – mehr hier).

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